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Ortsfamilienbuch Esslingen

Die Daten dieser Datenbank stammen von Dr. Max Frank, der im Jahre 2006 verstorben ist. Leider ist er nicht mehr dazu gekommen, die Esslinger Quellen vollständig und systematisch zu bearbeiten. Der vorliegende Datenbestand ist daher sehr lückenhaft bzw. ausbaufähig. Die weitere Betreuung der Datenbank hat freundlicherweise Friedemann Kiedaisch übernommen, der auch Korrekturen und vor allem Ergänzungen gerne entgegen nimmt.


Esslingen, bis 1964 amtlich Eßlingen, am Neckar gelegen, ist heute eine große Kreisstadt mit knapp 92.000 Einwohnern, 14 km südöstlich von Stuttgart.

Unter den Staufern wurde Esslingen freie Reichsstadt. Ringsum von Württemberg umgeben, hatte die Stadt aber nur wenig Entwicklungsmöglichkeiten, aber dafür umso mehr Konflikte mit seinem fürstlichen Nachbarn. 1312 eroberte eine Städtekoalition unter Esslinger Führung Württemberg fast vollständig. 1454 gewann Württemberg den Städtekrieg. 1519 fanden die letzten Kämpfe zwischen Esslingen und Württemberg statt und setzten den politischen Ambitionen der Stadt ein Ende.

Die Wirtschaft der Reichsstadt wurde in großen Maße vom Weinbau dominiert. Ein Großteil der 5000-6000 Einwohner im Mittelalter war beruflich diesem Wirtschaftszweig verbunden als Weingärtner, Binder (Küfer), Eicher, Faßträger, Kärcher und Karrenspanner, Keller, Unterkäufer, Weinschreiber, -zieher und -geber, dazu diejenigen, die in kommunalen Diensten Weinproduktion und Handel überwachten. Auch die Weinschenken und Wirte müssen zu den ökonomisch vom Rebensaft Abhängigen gezählt werden, war doch das Bierbrauen in Esslingen bis ins 17. Jahrhundert verboten. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts machten die Weinberge und Weinvorräte in den Kellern fast die Hälfte des Gesamtvermögens der Bürger aus.
Zu seinen besten Zeiten - im 15. Jahrhundert - war Esslingen auch eine Drehscheibe des Weinhandels. Es wurde nicht nur eigener Wein produziert, sondern auch Wein aus der Umgebung importiert. Schon 1235 wird ein Esslinger Weinmaß genannt, 1557 wird es sogar vom übermächtigen Nachbarn Württemberg als Landmaß übernommen. Der Export, der vor allem via Ulm nach Bayern ging und wofür dann Salz importiert wurde, erreichte Anfang des 16. Jahrhunderts mit über 40.000 Hektolitern seinen Höhepunkt, betrug aber am Ende der Reichsstadtzeit nur noch ein Fünftel davon.

1531 stellte die Stadt den Reformator Ambrosius Blarer als Prediger an. 1532 wurde in einem Bildersturm die Innenausstattung der Kirchen zerstört. Nach dem Interim wurde die Stadt 1551 endgültig evangelisch.
Im Dreißigjährigen Krieg kam etwa die Hälfte der Bevölkerung durch Hunger und Seuchen um. Finanziell war die Stadt ausgeblutet. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Stadt 1688 von Truppen des französischen Generals Mélac besetzt. Daraufhin verloren die Bürger ihren Unternehmungsgeist und der Pietismus bekam großen Zulauf. 1701 zerstörte ein Stadtbrand große Teile von Esslingen.

1802 wurde Esslingen im Rahmen der napoleonischen Flurbereinigung von Württemberg in Besitz genommen. Der Anfang des 19. Jahrhunderts war in Esslingen geprägt von der Industrialisierung. In der Stadt wurden eine Handschuhindustrie, das Esslinger Nahrungsmittelgewerbe, eine Textilindustrie und die Metallindustrie gegründet. 1869 wurde in Esslingen der erste gewerkschaftliche Verband der Textilarbeiter in Württemberg gegründet. Die Stadt wurde bis zum Ersten Weltkrieg Hochburg der württembergischen Arbeiterbewegung. 1894 wurde das erste Arbeitsamt Deutschlands in Esslingen gebaut.

Bei Beginn des Eisenbahnbaus in Württemberg wurde Esslingen Endstation des ersten Bauprojekts, der Zentralbahn Ludwigsburg–Stuttgart–Esslingen. Der erste Zug erreichte Esslingen am 20. November 1845. Bald wurde die Strecke bis Ulm verlängert. Lokomotiven wurden in der neu gegründeten Maschinenfabrik Esslingen gebaut.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung der Stadt sehr schnell. Lebten 1803 erst 7.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 27.000. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg führten die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten innerhalb eines Jahres zu einem Anstieg der Einwohnerzahl um 15.000 Personen auf 65.000 im Oktober 1946. Im Jahre 1974 erreichte die Bevölkerungszahl auf Grund der Eingemeindung von Berkheim und Zell mit 97.029 ihren historischen Höchststand. Die meisten der heutigen 24 Stadtteile Esslingens gehörten jedoch schon seit dem 14. Jahrhundert als Filialort zum Stadtgebiet Esslingens.

Zunächst beherrschte eine aus der Ministerialität hervorgegangene Führungsschicht die Stadt, die mit dem adelsgleichen Patriziat anderer Reichsstädte verschwägert war. Dann übernahm aber eine bürgerliche Oberschicht das Ruder in Esslingen, ähnlich der benachbarten württembergischen Ehrbarkeit, mit der sie auch verwandtschaftlich eng verbunden war. An der Spitze der Reichsstadt Esslingen standen teilweise mehrere Bürgermeister und der Rat. Die Mitgliederzahl veränderte sich mehrmals. Ab 1748 gab es nur noch zwei Bürgermeister. In württembergischer Zeit trug das Stadtoberhaupt die Bezeichnung "Stadtschultheiß".

Der Schwörtag war von 1392 bis 1801 das wichtigste Ereignis von Esslingen. In einem feierlichen Rechtsakt wurden die Rechte zwischen Gemeinde und Magistrat beschworen. Aus dem Statutenbuch, dem "größten öffentlichen Heiligtum der Gemeinde", wurde vorgelesen. Bürgermeister, Rat und Bürgerschaft gelobten sich gegenseitig Treue und Gehorsam und bekräftigten das mit einem Schwur. Damit verbunden war immer ein großes Volksfest, das Menschen aus ganz Schwaben anzog.


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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Friedemann Kiedaisch