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Ortsfamilienbuch Laßwitz (Hohenschanz)

 

Ortsschild Kartenausschnitt

Laßwitz (Hohenschanz), poln. Laskowice
Der Ort Lascvez war in einem dünnen Wald angelegt und heißt heute Laßwitz;

Dort ist eine Erhebung mit 2 Hügeln zu finden, die wohl die Überreste einer altslawischen Burganlage aus dem 6. - 8. Jahrhundert sind. Der Ort war also sicherlich auch vor der deutschen Besiedlung im 13. Jahrhundert vorhanden.
An beiden Hügeln gab es zwischen 1904 und 1906 Ausgrabungen, welche der damalige Neustädter Stadtälteste und Stadtratsmitglied Metzner auf seine Kosten durchführen ließ. Während die Ausgrabungen an dem einen Hügel ergebnislos verliefen, brachte der andere Hügel eine ganze Anzahl von Urnen und sonstigen Gefäßen zu Tage. Diese Dinge wurden erst in den 30er Jahren ins Neustädter Heimatmuseum gebracht. Diese Hügel sind die höchste Erhebung im Umland (272,8 Meter, vergl. Messtischblatt der preußischen Landesaufnahme 1884/1940.)

Die Pfarrkirche wird zuerst 1335 erwähnt und gehörte da zum Zülzer Archipresbyterat = Erzpriesterei genannt.
Der Ort wurde im Jahre 1388 als ‚Lascowcze‘ erstmalig urkundlich erwähnt und befand sich im Besitz der Familie Stang.

1428 haben die Hussiten auch Laßwitz heimgesucht. Dabei sind die Pfarrei völlig zerstört und alle Einwohner des Ortes getötet worden.

1746/53 gehörte der Ort nach der Wredeschen Kriegskarte den Herren von Bees.

1784 war der Ort lt. Zimmermann im Besitz der Grafen von Mettich, mit einem Vorwerk, neun Bauern und 12 Gärtnern.

Oktober 1786: Durch den Tod der verwitweten Gräfin v. Mettich, geb. Freyin von Gruttschreiber, sind deren Güter Schlogwitz und Laßwitz im Neustädtschen den Herren v. Schimonsky auf Stiebendorf im Neißischen zugefallen.

04.11.1794 in Schlogwitz:  Heirat von Franziska von Schimonsky-Schimony ( 1776 – 1833) mit Anton von Rheinbaben auf Michalkowitz ( 1766 – 1822)

1819 wurde das Gut Schlogwitz und Laßwitz vom Landrat Carl Wilhelm Ludwig von Wittenburg erworben und blieb bis 1945 in der Familie.

1945 ging das Gut durch Enteignung in den Besitz des polnischen Staates über.

01.05.1874: Bildung des Amtsbezirks Schlogwitz Nr. 13 aus den Landgemeinden Deutsch Probnitz, Laßwitz, Polnisch Olbersdorf und Schlogwitz und den Gutsbezirken Deutsch Probnitz, Laßwitz und Schlogwitz (7 Gemeinden/Gutsbezirke).
Er wird zunächst vom Amtsvorsteher in Schlogwitz verwaltet.

30.09.1928 Eingliederung der Gutsbezirke:   Laßwitz in die Landgemeinde Laßwitz.

18.08.1936 Umbenennung der Gemeinde Laßwitz in Hohenschanz, 187 Einwohner waren 1933 in Laßwitz ansässig

Der Großteil  der Einwohner hier war evangelisch, was eine Aufarbeitung zum Ortsfamilienbuch schwierig macht, da die evangelischen Kirchbücher nicht auffindbar sind und man viel auf die Hilfe externer Forscher angewiesen ist.
Die katholischen Bewohner waren wahrscheinlich bis zum Dittersdorfer Brand am 07.07.1856 eingepfarrt in Dittersdorf, Kr. Neustadt, später in Deutsch Probnitz. Vorher konnte man noch in den Kirchenbüchern von Dittersdorf als Kirchen Vorstandsmitglieder aus Laßwitz u, a. den Namen Düring lesen.
Die evangelischen Gottesdienste waren anfangs in Neustadt und später dann in Schlogwitz.
In Schlogwitz gab es auch einmal einen Palastkomplex. Dieser hatte bereits während des Krieges einige Schäden abbekommen. Der Staat wollte dort erst eine Landwirtschaftsschule unterbringen, entschied sich dann aber für den kompletten Abriss.

Quellen: Wrede – Krieges-Carte von Schlesien, Zimmermann-Beiträge 1784, Bd. T.3, Seite 107
Aus ‚Der Altkreis Oberglogau im Karolinischen Steuerkataster von 1722/26‘
‚Schlesische Sagen‘ von W.E. Peuckert
Schlesische Provinzialblätter 1786
Katholische Kirchbücher aus Dittersdorf, Kr. Neustadt, Oberschlesien
Evangelisches Kirchbuch aus Neustadt 1788-1808
Standesamt-Unterlagen des Standesamtes in Schlogwitz ab Oktober 1874
Katholischen Kirchbücher aus Deutsch Probnitz
Personenstandsregister aus dem Landesarchiv Berlin I, veröffentlicht unter www.ancestry.de
Anzeigen aus dem Neustädter Heimatbrief ab 1950
Daten privater Familienforscher

 


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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Maik Gliese


Historischen Kommision für den Kreis Neustadt in Oberschlesien