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Ortsfamilienbuch Wiesenthal, Reumen und Raetsch

Für die deutschsprachigen Ortsnamen finden sich folgende Erklärungen:

Der Ortsname Rätsch stammt vom Personennamen Radislaus ab (Alfred Kretschmer 5 ). 1263 wird Rätsch Radsici und 1619 Recz genannt. Laut Zimmermann1 wurde der Ort auch Rätschüz, in „alten Zeiten aber Javorium“ genannt.

Grueger11 beschreibt ausführlich die Namensgeschichte von Reumen. Lange vor der  Gründung des Kloster Heinrichau entstand Reumen auf dem Territorium Kolaczow. Reumen gehörte  verschiedenen Zweigen einer adligen Familie, so das Reumen der damaligen Tradition folgend den Namen des Besitzers trug:  1290 und 1293 wird Zobko (Sobko) de Scalicz als Besitzer erwähnt und der Ort hieß daher Zobkendorf. Wenige Jahre später, 1302, war Scapil de Scapilwitz der Erbherr von Reumen und der Ort trug den Namen Skapilwitz. Andere alte Ortsnamen waren Pawelwitz und Stein. Letztlich erhielt Reumen seinen Namen von der Münsterberger Ratsfamilien Rumo oder Rumonis, die hier im 14 Jahrhundert ein Erbgut (Allod) besaßen.  Die Erklärung von Alfred Kretschmer5, der den Ortsnamen von  dem Wort "räumen"  (ausroden) ableitet, erscheint angesichts der Tatsache, dass die meistens Orte der Umgebung auf Personennamen zurückgeführt werden können, nicht plausibel.  Der Ort Jaurowicz ist in die Feldflur von Reumen aufgegangen8.

Wiesenthal entstand 1296 durch die Zusammenlegung zweier slawischer Dörfer, dem Herrenhof11 Wadochowicz und der dazugehörigen Hörigensiedlung11 Neteplaistba8. Der Ortsname erklärte sich laut Kretschmer5 aus der sehr anmutigen Lage des Dorfes im Ohletal.

Heute tragen die Orte wieder ihre ursprünglichen polnischen Namen Raczyce, Skalice und Wadochowice.

Die Besiedlung des menschenarmen Muensterberger Land erfolgte im dreizehnten Jahrhundert durch Franken, Schwaben, Bayern und Sachsen besiedelt ( Agnes Pelke5).

Die Einwohnerzahl der drei Dörfer erreichte etwa 1845 mit 942 Einwohnern ihren Spitzenwert und pendelte sich später auf einen Wert um die 720 Personen ein. Die Bevölkerung war mehrheitlich katholisch [in Klammern, sofern bekannt, der evangelische Anteil].

 

Rätsch

Reumen

Wiesenthal

Gesamt

17851

140

220

297

657

18302

197[-]

272[ 3]

408[ -]

877 [3]

18453

192[1] 

328[ 9]

422[ 9]

942 [19]

186315

185

298

415

898

18857

161[7]

229[ 3]

388[23]   

778 [33]

19016

145

199

361

705

19054

138

197

408

743

19104, 6 

136

157

396

689

192913

 

731 [126]

19315

122[5]

212[46]

410 [87]

744 [138]

19334

135

194

385

714

19393

130

199

371

700

19416

137

194

390

721

Flächenmäßig war Wiesenthal mit 532ha11 größer als Reumen ( 333ha11)  und Rätsch (206ha11 ). 17851  (18019) hatte Rätsch  neun (neun) Bauern, neun  (neun) Dreschgärtner, sechs (sechs) Häusler und ein Gemeinhaus. Reumen dahingegen nur fünf (neun) Bauern keinen (einen) Häusler und zwei Gemeinhäuser. Das größere Wiesenthal hatte 23 (23) Bauern, fünf (fünf) Dreschgärtner, elf (elf) Häusler, eine Wassermühle und zwei Gemeinhäuser. Knie2,3 verwendet eine andere Zählweise. Demnach hatte Reumen 1830 [1845]  41 [45]  Häuser, Rätsch 33 [30] Häuser und Wiesenthal 59 [62] Häuser, eine Freischoltisei, eine Wassermühle und vier Leinweberstellen. 1845 werden für Reumen zusätzlich noch eine Schmiede und anderes Handwerk, sowie neun Händler, für Rätsch eine Schmiede und anderes Handwerk und für Wiesenthal eine Brennerei,  zehn andere Handwerke und fünf Händler angegeben.

Die römisch-katholische Kirche St. Laurentius, Pfarr- und das zweiklassige5 Schulhaus, der Sitz des Amtsbezirkes und das Standesamt befanden sich in Wiesenthal. Reumen verfügte über eine Betkapelle vor Ort3, evangelische Kirche und Schule lagen in Heinrichau5. Für Rätsch und Wiesenthal war die evangelische Kirche in Steinkirche zustaendig7.  Der Schulunterricht erfolgte durch einen Lehrer und einen Hilfslehrer 2,3. Zum Standesamtsbezirk gehörte auch Willwitz. Die Post und Bahnstation lagen in Heinrichau (circa 1km). Die drei Dörfer gehörten ursprünglich zum Kreis Münsterberg (7-10km entfernt) und von 1932-1945 zum Kreis Frankenstein.

                                                            

St. Laurentius (Aufnahme zw. 1934/38)

Artur H. Knoblich beschreibt auf den Seiten 279 bis 2955 unter anderem auch Wiesenthal. In der Mitte des langgestreckten Dorfes befindet sich die katholische Kirche die von einer Rundmauer umgeben ist. Im Jahre 1666 bezeichnet der Weihbischof Neander von Breslau die gotische Kirche von Wiesenthal als ein aus Ziegeln erbautes, und mit Dachziegeln gedecktes Gotteshaus mit einem steinernen Turm. Knoblich vermutet dass die Wiesenthaler Kirche die erste Kirche im Umkreis ist, die Dachziegel verwendete. Die mit Bildern bemalte Decke und der Boden sind aus Holz. In der Kirche befinden sich ein gotischer Klappaltar und eine geräumige Sakristei. Der Bericht erwähnt eine kleine Kapelle mit Altar bei der Kirche. 1706 brennen Kirche und Schule ab. Die Kirche wird aber innerhalb vier Monate im selben Jahre im Barockstil wieder aufgebaut, wobei die Mauern des Turmes12, das westliche Kirchenschiff12, sowie im inneren Seitengang ein aus Granit bestehendes gotisches Portal erhalten geblieben ist. Die Ausmalung der Kirche erfolgte durch die Malergruppe Felice Gilardone12. Ein kleinerer Spitzbogen findet sich in der Mauer des Pfarrhausgartens. An der Verbindungsmauer zwischen Kirche und Pfarrhaus befinden sich einige künstlerische Sandsteinfiguren aus der Klosterzeit. Ein wertvolles Messbuch aus dem Jahre 1513 war ein besonderes Prunkstück der Kirche, welche früher eine Wallfahrtskirche gewesen sein soll.

Die nachfolgende Übersicht zur Geschichte der Pfarrei beruht ausschließlich auf Sekundär -literatur.  Die dort angegeben Quellen werden erst  zu einem späteren Zeitpunkt überprüft und ausgewertet.

 

Kleine Chronik von Wiesenthal, Reumen und Rätsch

1237

Die Zisterzienser erhalten den Feldzehnten von Wadochowitz und Neteplaistba (Wiesenthal)

9.9.1292

Das Kloster Heinrichau überlässt der Neugründung Abtei Grüssau die Dörfer Alt Reichenau mit Neu Reichenau und Quolsdorf und erhält dafür Wiesenthal als Entschädigung11

1293

In Wiesenthal beträgt der jährliche Grundzins je Hufe Land (ca. 30 Morgen) eine Mark und ein Malter (360kg) Dreikorn11

13.7.1305

Das Stift Heinrichau erwirbt Rätsch von einer altansässigen kleinadligen Famile11

8.10.1310

Heinrichau kauft die Scholtisei in Wiesenthal

14.4.1331

Das Kloster Heinrichau erhält das Lehnrecht über 2 Hufen des Razlaus in Skalitz1

21.1.1334

Das Kretscham von Wiesenthal wird von Bolko II dem Kloster Heinrichau bestätigt und hat damit das Recht eine bestimmte Menge Bier selber zu brauen. Was darüber hinaus gebraucht wird muss aus Münsterberg bezogen werden11.

8.12.1336

Herzog Bolko überlässt dem Abt von Heinrichau die Gerichtsbarkeit in Wiesenthal1

2.2.1342

Für die Orte Wiesenthal und Rätsch bestätigt Herzog Nikolaus dem Abt von Heinrichau die Freiheit vom Landesgericht und bestätigt das oberste Gericht im Kloster, ferner  die volle Freiheit der Gaertner und Kretschame, die Abgabenfreiheit der Schulzen, Muehlen und Kretschame11.

27.10.1362

Das Kloster erhält das Allod des Henning von Kunzendorf in Stein (Reumen) und das Kretscham11

16.7.1372

Das Kloster Heinrichau darf in Wiesenthal eine Schuhverkaufsstelle unterhalten, jedoch darf die Ware nicht auf dem Platz vor der Kirche oder auf der Kirmes angeboten werden11. Die Wiesenthaler Mühle wird von der landesherrschaftlichen Abgabe befreit. Die Pächter zahlen dem Kloster Heinrichau eine jährliche Zins, liefern Mehl und mästen eine bestimmte Anzahl Schweine 11.

24.1.1399

Papst Bonifaz IX bestätigt dem Nicolaus Jesconis de Monstirberg den Besitz der Pfarrei Wiesenthal. Diese ist nach dem Tode des Pfarrers Johann Deynhard in seinem Besitz übergegangen11.

Um 1405

Reumen wird selbstständige Gemeinde11. Das Stift Heinrichau erkauft sich das Privileg der Errichtung einer Gaststätte in Reumen11.

3.7.1405

Das Kloster Heinrichau darf in Reumen eine Schuhverkaufsstelle unterhalten11.

1411

Die Bewohner des deutschrechtlichen Dorfes Wiesenthal erscheinen schon 1411, zu der Zeit als das Heinrichauer Signaturbuch begonnen wurde, mit ihrem vollständigen Familiennamen. Alle Rechtsakte, die sie tätigten, wurden im „gehegten Ding“ der Gemeinde verhandelt . 21

1422

Mit Zustimmung des Papstes Martin V annektiert das Kloster Heinrichau die Patronatspfarrei Wiesenthal. Damit fallen das Pfarrgut (Widmut) und die pfarrlichen Einkünfte an das Stift Heinrichau11.

22.1.1429

verwüsten und brandschatzen die Hussiten nicht nur das am 28.12.1428 von den Ordensbrüdern verlassene Stift Heinrichau, sondern auch die Stiftsgüter Reumen komplett und Wiesenthal teilweise 10.

Vor 29.9.1433

„Noch Crists gebort ffierczenhundert ym drey und dreysigisten jare vor sente Michelstag komen ist vor Pasken, klosterffoyt czu Heinrichow, Hedwig, schefferinne czu Rewman,wolgesunt ihres leybes und der vornunft und mit wohlbedochtem mute unbetwungen hat vorreicht und uftgelossen Michel irem manne czwu huben erbes mit allen genissen czum Rewman gelegen und allis, waz sie doselbist hatte ader gewinnen wirt, es sey wegelich aldir unwegelich, noch irem tode czu haben und czu besiczen gernelich unde domete czu thun unde czu lossen noch synin ffreyen willen, also das der genannte Michel irem sone Adam, der sich czu den hussen gehalden hat, alz man spricht, geben und richten sal Czehen marg pfennings czu seyme teyle, ab he wedir czu lande queme und ym das von Rechtes wegen muchte gevolgen, des sint gczewg Hannus Bart und cleine Hannus Czum Rewman, Hannus Hoffemann und Jacob Puchel czum Newenhoff gesessen“ 23.

5.2.1436

„Noch Crists gebort ym ffierczenhundert ym sechs unde dreysigisten jare an sente Agathamtag Niclos Wulff von Wesental gesaczt wart in die bande dis closters darumb, das he vordocht waz, wy he mit den hussen uft dem Landisfreide (Hummelschloss in der Grafschaft Glatz) sulde haben czu schaffen gehat unde die lewte hy ym lande awagegeben, des globte he sich czu vertigen und saczte Borge vor orveide und nochreide Cloze Weczigern, Heinze Kretschmer, Hannas Botenern, Hempil Becker, Petir Olten unde den jungen Jocuschman von Wesental der sachten und des gefengnis nymmer czu arge gedenken“ 23.

vor 1567

Es wird zum ersten Mal ein Schulze in Rätsch  erwaehnt11.

1568

Der Pfarrherr in Wiesenthal, Mathias Boegel erhält in Anerkennung seiner treuen Dienste sein in Wiesenthal erbautes Haus mit Garten als Ruhesitz

3.6.1615

Die Stadt Münsterberg behält das Schankrecht in Rätsch und Reumen. Wiesenthal wird von der Klosterbrauerei versorgt11.

1628

Caspar Jaeschke von Eisenhut und Eckersdorf (+1633),  Sohn des lutherischen Wiesenthaler Pfarrers Georg Jaeschke (verheiratet mit der Anna Sauerwitz aus Wiesenthal8) und kaiserlicher Leibmedicus, erwirbt den Kretscham von Schönwalde11.

26.12.1636

Wiesenthal wird von den Schweden heimgesucht. Pater Georg Welzel entkommt den Schweden durch einen kühnen Sprung vom hohen Dach der an der Pfarrkirche angebauten Kapelle11.

1643

Der aus Herzogswalder stammende Wiesenthaler Pfarrer Georg Welzel wird zum Abt von Heinrichau gewählt, wird aber bereits am 7.2.1645 vom Bischof exkommuniziert, weil seine Wahl ohne bischöfliche Kommissare erfolgt11.

1648

Am Ende des dreißigjährigen Krieg stehen zahlreiche Höfe leer, verlassen und verödet. Um Siedler herbeizuziehen wird das Land zu einem Spottpreis angeboten.

1706

1706 brennen Kirche und Schule ab, werden aber innerhalb vier Monate im selben Jahre im Barockstil wieder aufgebaut5

29.9.1761

Wiesenthal und Reumen liegen im Aufmarschgebiet der preußischen Armee22

1848

im Namen der katholischen Bevölkerung Wiesenthals unterstützt der Pfarradministrator Poppe  die Petition 9223, „Protest gegen die Trennung der Schule von der Kirche“, bei der Versammlung zur Vereinbarung der Preußischen Staats-Verfassung17

11.6.1895

Bedingt durch ein Erdbeben in Mittelschlesien bleiben die Uhren des Uhrmacher Dr. Peucker stehen16

Nachfolgend eine Liste der im katholischen Kirchenbuch genannten Priester. Das Taufbuch 1677-1706 nennt keinen Priester. Der Zeitraum ab 1800 wird teilweise durch Grueger11 abgedeckt, wobei die zeitlichen Überlappungen nicht erklärt sind. Die unmittelbaren Vorgänger des ersten zisterziensischen Seelsorgers aus dem Kloster Heinrichau, Kaspar Ducky, waren Säkularpriester. Bis zur Säkularisation haben alle seine Nachfolger ausnahmslos dem Orden der Zisterzienser angehört 11.  Interessant ist dass 1609 ein evangelischer Pfarrer in  Wiesenthal erwähnt wird.

Priester der katholischen Kirchengemeinde Wiesenthal

 

Vor 1399

Johann Deynhard11

 

15688

15688

Mathias Boegel8 

 

 

16098

Georg Jaeschke8

lutherischer Pfarrer in Wiesenthal +1609

 

162111

Kaspar Ducky11

+28.11.162111

 

1642

Georg Welzel11

Aus Herzogswalde stammend 11.

24.01.1707

06.04.1714

Victor

1714 werden zwei Kinder auf den Vornamen Victor getauft

07.05.1714

26.04.1718

Stephan

 

03.06.1718

12.02.1730

Mansveto Schaetzel

Vermutlich nach Krelkau versetzt, siehe Pfarr-Köchin Anna Arndt

17.02.1730

13.06.1733

Lamberto Alt

 

29.06.1733

03.06.1743

Leopold Pohl

Ersatz 23.10-26.10.1763, Profess in Heinrichau

28.07.1743

30.05.1749

Joseph Waltz

1.7.1754 Ersatz

15.07.1749

24.03.1753

Paul Schindler

 

04.04.1753

25.12.1763

Bonifacio Weiss

 

29.01.1763

10.05.1767

Gregor Horn

Bereits 18.7.1744, 22.7.1745 Ersatz

29.05.1767

21.07.1769

Casper Mitschke

 

14.08.1769

08.01.1771

Augustin Suessmuth

 

31.01.1771

>1774

Placidus Runge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

31.01.179519

Robert Feige

*18.12.1729 Patschkau19
+31.1.1795 in Wiesenthal,

16.11.179520

181011

Abundus Schmidt

*28.12.1749 Dittersbach19
+31.3.182511 in Wiesenthal

181011

181311

Nikolaus Fröhlich

+23.12.182311 in Alt Heinrichau

182411

182611

Dominikus Volkmer

+182611 Wiesenthal

182511

182611

Robert Schneider

+182711 Heinrichau

05.05.1831

05.05.1831

Goebel

Ergibt sich aus einem Nachtrag zu einem Taufeintrag vom 15.5.1750

9.183114

8.6.184814

Joseph Schöppe

+8.6.1848 Wiesenthal14

15.02.1880

15.02.1880

Machner

abwesend am 15.2.1880 ( Kirchenbuch Alt Heinrichau )

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die obengenanten Priester wurden bei Verhinderung durch folgende Priester vertreten: Gregor (30.7.1708), Alano (6.10.-7.10.1708, 14.4.-17.4.1712, 19.11.-21.11.1712), Amand (2.7.1710), Zacharias (10.6.1715), Tobias Gierth (14.7.1716), Ludwig (10.7.-20.7.1719, 22.7.1721 ), Leopold (14.7.1719), Franzisco (16.2.1723), Joseph (12.6.1723, 30.6.1724, 12.3.1725), Johann Nepomuk (15.9.-23.9.1724), Lamberto (12.2.-12.3.1725), Dionisis (23.4.1735), Zacharias Zeberer (7.7.-8.7.1726, 16.9.1726, 31.07.1739), Michael Rosenberger (23.7.1726), Hieronymus Kayser (11.10.1726), Ernst Regent (5.5.1727), Gerhard Wiesener (9.7.1727), Marcanus Schmied (10.7.1727), Joseph Waltz (30.8.1728), Johann Nepomuk Patzner (29.11.-1.12.1729), Bernardo (9.10.1730), Clemens Teichmann (31.7.1731), Nivardus Sperling (18.10.1731), Urban Olbrich (15.7.1732, 14.7.-25.7.1741, 11.09.1748), Petrus Schneider (18.10.1732), Melchior Welzel (14.7.1734), Paul Schindler (1.8.1734, 28.1.1737), Candidus Rieger (20.10.1734, 18.08.1741), Franz Welzel (29.6.1735,27.12.1735-11.1.1736, 23.02.1740), Innocent Brauner (18.6.1736), Bartholomäus Fritz (30.10.1736), Anton Stephan (21.10.1739), Christian Dorfinger (10.2.1740, 30.01.1743), Mariano Rabe (31.7.-4.8.1740, 28.05.1743), Bernard Ratsch (06.10.1740, 11.06.1742), Tobias Scholz (01.08.1746), Joseph Urban Crucigero Wratislav (20.04.1747), Ignatz Muecke(08.05.1747), Tobias Scholz (27.07.1747).

Eine Besonderheit ist dass zwischen  dem 4.Juni 1743 und 27.7.1747 die ausfuehrenden Ersatz-Priester ausnahmeslos als Profess bezeichnet werden . Im Gegensatz zu ihren Amtsvorgaengern uebten Joseph Walz (1743-1749) und Paul Schindler (1749-1753) alle Amtshandlungen aus. 1756 und 1757 wird ein namenloser Kapuziner aus Neisse als Vertreter genannt („Restituty Capuciher in Neyss“, „Capuciner“) was ueberrascht da ueblicherweise Zisterzienser einsprangen.

Weitere Ersatzpriester waren : Joachim Falke (1.7.1753), Bernhard Holtzer (12.9.1753, 4.8.1756, 9.8.1769), August Lorenz Rohaner (19.6.-29.6.1754), Jakob Luchter (4.10.1754),Vincent Froemel (31.7.1756,28.6.1758), Gerhard Engel (6.7.1757), Edmund Krackwitz ( 24.1.1761), Benedikt Engler 10.10.1763), Hieronymus Huebner (5.7.1763), Candidus Eisinger (3.8.1769, 2.7.1772), Christimos Weidlich (12.9.1769-22.10.1769), Profess Philipp Ilgner (6.9.1770,12.6.1771-13.6.1771), Abraham (4.7.1774).


Im Kirchenbuch Wiesenthal  werden nachfolgende Lehrer genannt, die auch für die Kirchenbuch Einträge verantwortlich waren. Die Tabelle nennt die erste und letzte Erwähnung als Lehrer und, soweit bekannt, auch das Sterbedatum. Dass die Lehrer die Kirchenbücher um Heinrichau geführt haben erkennt man daran dass Ereignisse bezüglich ihrer eigenen Familie vollständig sind (alle drei Vornamen der Ehefrau, alle Vornamen der Taufpaten) und auswärtige Schulmeister mit „ehrbar und kunstreich“ oder „edle und kunstreich“  bezeichnet werden. Waehrend frueh verstorbene Kinder meistens ohne Vornamen, Altersangabe  und manchmal ohne Angabe des Geschlechtes genannt werden, sieht der Sterbeeintrag des Sohnes des Lehrer Sommer wie folgt aus : „den 5 July [1744] wardt Johann Joseph Sommer Schulmeisters Soehnlein Franciscus beerdiget alt 7 Jahr 28 Wochen“ . Der Lehrer Nixdorf gibt 1751 das Alter seines verstorbenen Sohnes mit „5/4 J und 14 Tage“ an. Normal waere hier eine Angabe von 5/4 Jahre gewesen. Beim Lehrer Florian Schnabel faellt auf dass das Schriftbild des Taufeintrag seiner 1763 geborenen Tochter sauberer ist als in den Eintraegen davor. Er verwendet nicht selten statt Ehewirthin den Begriff Eheliebste, sowie die Phrase „aus der Gemeinde“ . Ab dem 23.9.1763 wird nur kurzfristig der Vorname verstorbener Kleinkinder angegeben, dies wird nach der Visitation 6.11.1765 wieder aufgenommen.  Mit Jahresbeginn 1766 werden neue Kirchenbuecher verwendet, die ueber vorgedruckte Spalten und Ueberschriften verfuegen. Eine Zeitlang werden parallel noch die alten Buecher (oo bis 15.4.1766, * bis 11.9.1767, + bis 11.5.1767) weitergepflegt. Eine Neuerung ist nun dass nun auch die Todesursachen , das Alter der Brautleute und manchmal auch der Geburtsort („gebuertig von“) der Brautleute und Geburtsdatum/uhrzeit , also nicht nur das Taufdatum, angegeben wird. Wer nun aber erwartet dass man in vielen Faellen einen Unterschied zwischen Geburts- und Taufdatum sieht liegt falsch. Nur in wenigen Fallen liegt ein Tag dazwischen (z.B. beim Scholzen Kinzel). In den meisten Faellen ist der Taeufling angeblich am fruehen Morgen geboren worden . Bei Militaerpersonen wird der Rang , Regiment, Kompanie und Kompanie-Fuehrer genannt. Trauzeugen erst wieder ab 18. November 1771 genannt. Statt (Tauf-)paten heisst es nun Taufzeugen.

 

Taufeintrag aus dem alten  Taufbuch (bis 11.9.1767 gepflegt)


und derselbe Eintrag im neuen Kirchenbuch  (seit 1766)

 

Im Anschluss an das Jahr 1766 (altes Trauungsbuch) finden sich einige handschriftliche Notizen, welche Namen und Jahresdaten der Mueller, Scholzen und Lehrer enthalten. Diese Daten beruhen meines Erachtens auf Primaerereignissen , also Taufe eingener Kinder. Taufpatenschaften wurden nicht ausgewertet, da zum Beispiel der Lehrer Sommer  gemaess dieser Notiz erst 1741 auftaucht. Die Quelle fuer die Namen der Scholzen von 1654 und 1681 ist nicht angegeben. Laut der Notiz soll Christoph Wolff bereits 1700 Erbmueller gewesen sein was aber im Widerspruch zum Mueller Hans Krusche steht.

Seit  der Visitation im Januar 1769 enthalten die Taufeintraege auch die Geburtsnamen der Muetter. Auch der Nachfolger des Florian Schnabel, Johann Gottlieb Franke,  scheint nicht aus der Gegend gekommen zu sein. Begriffe wie Gastgeber und Gerichtsbauer deuten darauf hin, wobei letzteres nach einigen Eintraegen durch Gerichtsgeschworener und Bauer  ersetzt wird. Auch er gibt beim Tode seines gleichnamigen Sohnes das exakte Alter an („Alt 5. Jahr 6. Monath 27. Tage“ statt 5 Jahre).  Statt Gottlieb verwendet er in seinem Falle auch die griechische Variante Theophil.

Lehrer in Wiesenthal

08.02.1677

08.06.1690 

Christoph Guenther

 

16.10.1697

04.11.1736  

Johann Franz Hayn

+ 30.11.1737

09.02.1706 

06.04.1707

Friedrich Bernard Menzel

+ 06.4.1707

08.03.1739

26.08.1748

Johann Joseph Sommer

Schwiegersohn des Johann Franz Hayn. 1750 Lehrer in Alt Heinrichau

14.11.1749

07.10.1760

Johann Joseph Nixdorf

Antritt vermutlich  zwischen zwischen dem 27.11. und 18.12.1748 (Schrift).  Das Schriftbild  aendert sich zwischen dem 7.10 und 9.10.1760 deutlich. 1761 Erbkretschmer in Polnisch Neudorf

09.10.1760

22.4.1769

Florian Schnabel

Erstmal am 17.10.1761 als Taufpate erwaehnt.
Schriftbild aendert sich nach dem 31.1.1769. +22.4.1769 in Wiesenthal

14.07.1769

>1774

Johann Gottlieb Franke

 

07.06.1927

09.07.1933

Paul Barndt

 

Das katholische Kirchspiel Wiesenthal hatte zwei Kirchenväter, die von der Gemeinde Wiesenthal gestellt wurden. Die Tabelle nennt das Datum der ersten und letzten Erwähnung des Kirchenvaters im Kirchenbuch Wiesenthal, Beruf, Stand und Name des Kirchenvaters, sowie ergänzende Informationen.

Kirchenväter/vorsteher der katholischen Kirchengemeinde Wiesenthal

17.10.1700

17.10.1700

Bauer Caspar Koehler

+ 12.10.1706

13.05.1700

28.08.1708   

Bauer Hans Heinrich Hentschel

+ 04.08.1733

10.11.1707
20.03.1737

28.10.1726
25.02.1743

Hufschmied Hans Welz[el]

+25.02.1743

09.12.1708

20.10.1713    

Bauer Hans Welz[el]

+ 20.10.1713

26.11.1713

24.01.1723   

Bauer Paul Kuschel

ab 1726 Bauer in Saegen/Strehlen

05.05.1726

16.11.1735

Bauer Melchior Lindner

+ 16.11.1735

25.02.1729

21.11.1734

Bauer Melchior Barthel

+ 26.03.1751

10.10.1733

13.04.1741

Bauer Friedrich Drescher

Vmtl verzogen, wird nachher nicht mehr in Wiesenthal erwaehnt

01.06.1742

26.10.1766

Bauer Melchior Riedel

+ 29.10.1766
heiratet am 27.9.1739 die Witwe des Melchior Lindner

07.04.1743

26.05.1758

Gaertner Melchior Haucke

+26.05.1758

04.02.1759

05.09.1762

Gaertner Melchior Haucke

*8.2.1731, Sohn des vorherigen

13.07.1764

30.09.1769

Haeusler Hans Dempe

 

17.03.1767

>1774

Bauer Josef Ihms

Schwiegersohn des Melchior Lindner

24.05.1773

 

Gaertner Melchior Haucke

Selber wie 1759-1762

 

 

 

 

 

 

 

 

04.05.1809

04.05.1809

Kretschmer Joseph Sendler

 

Wiesenthal hatte einen Gerichts- beziehungsweise (Erb-)Scholzen. Die Funktion des Gerichtsverwalter bzw. des Gerichtsscholzen wurde bis  1731 vom Erbscholzen ausgeübt. Vermutlich wegen der gleichzeitig ausgeübten Tätigkeit als Wirtschafter in Heinrichau, gab es im Zeitraum 1731 und 1737 eine Trennung zwischen Erbscholzen und des Amtes des Gerichtsverwalter. Ab dem 1747 ist das Amt wieder in Anton Menzel vereint.Die Aufhebung des erblichen Scholzenamtes erfolgte 1872.

 

               

                            Vor- und Rueckseite der Erbscholtisei Wiesenthal

Erbscholzen in Wiesenthal

1652

1652

Christoph Tzeschke

Laut einer Kirchenbuchnotiz. Quelle unbekannt

1681

1681

Sigmund Riedel

Laut einer Kirchenbuchnotiz. Quelle unbekannt

21.02.1693

07.03.1694

Heinrich Kuschel

Die zeitliche Überlappung mit Melchior Menzel ist vermutlich fehlerhaft

23.04.1693

15.10.1723

Melchior Michael Menzel

+11.6.1731

09.10.1724

24.05.1727

Johann Joseph Weidlich

Schwiegersohn des Melchior Menzel. auch Wirtschafter im Kloster Heinrichau

08.02.1729

08.02.1729

Melchior Michael Menzel

laut KB Alt Heinrichau, siehe auch Gerichtsverwalter-Tabelle.

06.11.1738

21.02.1740

Johann Joseph Weidlich

 

10.10.1747

16.04.1753

Anton Menzel

Vorher Gerichtsscholz in Raetsch. Schwiegersohn des Gerichtsverwalters und Kretschmer Grehl

09.02.1760

10.12.1762

Anton Menzel

*1.4.1740 in Raetsch. Erb und Gerichtsscholz. Sohn des 1753 verstorbenen Anton Menzel.

11.04.1764

>20.7.1777

Johann Heinrich Kinzel

Heiratet am 5.7.1763 die Witwe seines Vorgaenger. Erb und Gerichtsscholz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

         

 

Gerichtsverwalter/scholz  in Wiesenthal Wiesenthal

09.10.1724

09.10.1724

Johann Joseph Weidlich

Schwiegersohn des Melchior Menzel

13.02.1729

03.10.1729

Melchior Michael Menzel

+11.6.1731

16.09.1731

 

01.03.1737

 

Hans Heinrich Grehl

Erbkretschmer in Wiesenthal
am 22.8.1737 stirbt die Tochter des Melchior Menzel, Ehefrau des Johann Joseph Weidlich.

23.11.1738

21.01.1741

Johann Joseph Weidlich

Schwiegersohn des Melchior Menzel

19.05.1741

19.09.1745

Hans Heinrich Grehl

+12.7.1751, Zwischen 1737 und 1741 „nur“ Gerichtsgeschworener. Am 27.2.1747 stirbt seine Ehefrau Elisabeth Neumann

10.10.1747

16.04.1753

Anton Menzel

+16.4.1753, Vorher Gerichtsscholz in Raetsch, Schwiegersohn des Hans Heinrich Grehl 

27.08.1753

06.02.1755

Bernard Brieger

*17.02.1702 in Reumen

16.11.1755

02.02.1757

Johann Christoph Fischer

*10.3.1700 Wiesenthal,+18.4.1757 Wiesenthal, Schwager des Bernard Brieger, Gerichtsverwalter

10.01.1757

07.10.1760

29.09.1759

Friedrich Raschdorf

heiratet am 22.9.1755 die Witwe des Scholzen Anton Menzel, Friedrich ist Sohn eines Scholzen. Wird ein Jahr spaeter als Wirtschaftsverwalter auf der Erbscholtisei Wiesenthal bezeichnet. 1757 Gerichtsscholz. 1760 Gerichtsverwalter

09.02.1760

10.12.1762

Anton Menzel

*1.4.1740 in Raetsch +10.12.1763 Wiesenthal. Erb und Gerichtsscholz. Sohn des 1753 verstorbenen Anton Menzel.

15.05.1763

19.12.1763

Hans Josef Haase

*1.3.1728 in Reumen. Gerichtsverwalter. Ab 1774 Bauer in Gross Peterwitz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

06.09.1839

17.09.1840

Franz Sendler

Bauer in Wiesenthal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gerichtsscholzen/verwalter in Rätsch

 

Vor 1697

Melchior Burkert

+ vor 20.11.1701  (KB Alt Heinrichau)

1697

1721

Adam Neumann

+12.9.1735

29.11.1721

31.08.1747

Anton Menzel

spaeter Scholz in Wiesenthal, +16.4.1753

10.10.1747

19.02.1754

Christian Ihms

*14.08.1698 in Raetsch

27.07.1754

28.08.1766

Hans Caspar Rehnelt

*21.12.1712 in Wiesenthal, + 28.8.1766

02.01.1767

17.06.1773

Augustin Fellmann

Am 23.6.1774 Bauer in Schildberg

23.06.1774

 

Dominik Katzner

 

 

 

 

 

 

Gerichtsscholzen/verwalter in Reumen

16.01.1680

20.03.1687

Hans Neumann

Taufpaten beim Mueller Hans Krusche in Alt Heinrichau, als Scholz bezeichnet

 

Vor 1698

Hans Lindner

+ zw. 1705 und 1708, Bauer in Reumen, wird 1708 als verstorbener Scholze von Reumen bezeichnet

12.10.1698

29.04.1725

Hans Meltzig

+5.9.1739

23.07.1726

20.09.1747

Gottfried Lindner

Am 16.3.1725 stirbt die Ehefrau seines Vorgängers Hans Meltzig. +20.9.1747

26.05.1748

20.11.1751

Adam Raschdorf

 

30.08.1752

20.11.1761

Hans Caspar Lindner

Sohn des Gottfried Lindner   (*10.7.1727,+18.11.1764 )

17.04.1764

10.02.1766

Bernhard Haase

(*18.10.1739)

25.01.1767

>1774

Anton Throemer

(*1720, +29.9.1797)

Die Wiesenthaler Muehle sah folgende Mueller. Sofern bekannt ist das Todesdatum angegeben.

 

 

Mueller in Wiesenthal

 

23.03.1689

12.04.1711

Hans Krusche

Mueller, vorher in Moschwitz. Tarchwitz

19.08.1712

19.08.1712

David Rungkoehl

Mueller, spaeter in Heinrichau und Ranke

26.01.1715

26.01.1715

Caspar Luchter

Mitmueller, vor/nachher in Taschenberg

28.07.1717

12.04.1725

Johann Christoph Wolf

Mueller, Mitmueller, +12.4.1725 Wiesenthal
vmtl mit der Tochter Susanne des Hans Krusche verheiratet

06.11.1726

04.06.1765

Hans Georg Heynold

Mitmueller (1726) , Erbmueller (1729), heiratet 1725 die Witwe des JC Wolf, +4.6.1765

13.07.1765

>1768

Anna Christina

Witwe des vorherigen

 

 

 

 

 

 

 

 

22.02.1824

22.02.1824

Amand Domsch

Muellermeister

 

 

 

 

 

 

 

 

01.02.1884

01.11.1913

Paul Nickel

Muehlenpaechter

09.06.1931

 

Richard Nickisch

Muellermeister

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bemerkenswertes und Zufallsfunde aus dem katholischen Kirchenbuch

Jahr

Eintrag

1710

"Reymen

Den 14. July Wardt dem Lorentz Walter Haußgenoß
ein Töchterl, A.R.P. Victorin Maria
getauffet, die Mutter Anna Maria, seiner
monstros gestalt ist wie folget, 2 gesichter 4. Augen,
2 Mündlein, 2 Naßen, übrigens volkomm
wie Andere Kinder Nur ein Haubt 2
Haende 2 Füß bey gesetzer Figur bezeigt
es deutlich, Pathen seindt Thomas Mueller
Pauer, Maria Hanss Caspar Reymans Schenkens
ehweib undt Anna Barbara, Gottfried Lindner
Pauer ehweib
auf den Namen
"Maria getauft"
Siehe Begräbnisbuch"

1714

innerhalb drei Wochen sterben  der Bauer Christoph Wiehan, sein Sohn Johann Joseph und seine Ehefrau Catharina

1715

innerhalb weniger Wochen stirbt das Hirtenpaar Opitz (Kinder sind nur wenige Jahre alt)

1720

am 9. August wird der durchreisenden Tochter eines "calvininischen Doctores" eine Tochter geboren (Theresia Polinske)

1721

Den 16. März  „ Wardt ein armes Weib von Woitz aussem Neissischen begraben“

1721

11 der 21 eingetragenen Todesfälle stammen aus Reumen

1726

den 6 Juni verstirbt Wilhelm "Schröck" aus "Beyern" in Wiesenthal.

1730

Der Schmied und Gerichtsgeschworener Franz Haase stirbt vermutlich am Tag seiner letzten Taufpatenschaft am 27.12.1730 (Täufling Johann Franz Leckelt) und wird am 30.12.1730 beerdigt.

1731

Am 14. Februar wird zum ersten Mal eine sogenannte Nottaufe vermerkt

1731

Den 24. März wurde Hans George Breuner [alternativ Brenner] aus Albendorf in Wiesenthal begraben.

1732

Innerhalb acht Tage sterben drei Mitglieder der Mueller-Familie Wolf

1732

„Den 25 dito Wardt ein Frembder Pferde Junge Christian Erlig von Pangel bey Nimbtsch“ beerdigt

1733

„Den 20 Septemb: Starb Caspar Hanssel Haussgenoss von Reymen Uhr Ploetzlich in der Kirchen alhir“   vermutlich nicht aelter als 40 Jahre.

1733

In diesem Jahr fand, außer der Reihe, eine Hochzeit im Dezember statt. Dieser Eintrag lässt sich bislang schwer einordnen. Weder der Herkunftsort des Bräutigams noch der erste Ehemann der Braut konnten identifiziert werden.

1735

Am 5.8. wird der Sohn des Hans Georg Güttler aus Willwitz in Wiesenthal getauft.

1739

Es werden vier Nottaufen erwähnt

1740

Innerhalb von 9 Wochen sterben drei Kinder des Schmiedes Balthasar Schilke

16.2.1743

„den 16 dito Ward Anna Maria Raschdorffin Haeusslerin zu Schoenwalde beerdiget , starb zu Reumen“. Ein Adam Raschdorf war Bauer in Reumen

1743

Laut Kirchenbuch wird der Witwer Balthasar Kaupert zweimal Vater. Mutter zum ersten Kind (*12.3.1743) ist Elisabeth Göbel geb. Kunze und die Mutter zum zweiten Kind (*28.7.1743) die  Catharina Schubert.

April 1743

Die Ehefrau und das Neugeborene des Hans Joseph Patzelt sterben bei der Geburt. Im selben Monat sterben zwei weitere Kinder des Paares.

Mai 1743

Leopold Jockischmann stirbt zwei Wochen nach seiner Heirat im Alter von 24 Jahren.

14.06.1743

„den 14 Juny ward Anna Maria Grosserin von Bertzdorff beerdiget, starb alhir“

15.08.1743

„den 15. dito Ward Anton Aust Haussgenosses von Landdeck Soehnl: beerdiget“

21.01.1744

Pfarrer Joseph Walz „erlaubt“ die Eheschliessung des Gottlieb Rache  und der Anna Rosina Jockischmann in Obermais

31.07.1744

„Den 31 July Wardt Hannss Joseph Reinssfelt Gaertners in Bertzdorff Kind beerdigt, starb zu Reumen“. Der Grossvater war Jaeger in Reumen

26.11.1744

Seit der Visitation am 24.10.1744 durch das Erzbistum werden alle Sterbeeintraege mit Altersangaben versehen.

Maerz 1745

Nach dem Tod des Bauern Thomas Schneider stirbt erst das posthum geborene Kind Maria Barbara und eine Woche spaeter die Ehefrau Elisabeth. Die Haeuslerfamilie Gruner verliert  innerhalb drei Monate drei Toechter im Alter von 9,6 und 4 Jahren

06.04.1745

„den 6 April Wardt einem Preusischen Soldaten Nahmens Hannss Xtoph Weys sein Toechterl: beerdiget alt 6 Wochen“

25.12.1746

„Den 25 Xbr: Wardt der Anna Rosina Schmiedin einem armen Weibe auss Deutschboehmen von dem Dorffe Bernssdorff a.R.P. Josepho Waltz ein Toechterl: Anna Elisabetha getauffet“

17.02.1747

„den 14 dito Wardt Maria Haasin Jungfrau von Reumen beerdiget alt 93 Jahr“

26.08.1747

„den 26 Aug: Wardt Hannss Kristen ein Toechterlein von ?iegltz auss Golden Steiner Herrschafft. beerdiget alt 1 Jahr 37 Wochen“

03.08.1749

„Den 3. Aug: Wardt Anna Rosina Hermannin Ausszuegl. von Ratsch beerdiget alt 96 Jahr“.  Sie war die Ehefrau des 1735 verstorbenen Kretschmer Balthasar Hermann.

12.12.1749

„Den 12 Decemb: Wardt Michael Haase Haeussl. von Lasswitz beerdiget alt 40 Jahr“

19.12.1749

„Den 19 dito Wardt Hanss Xrist: Sandtmann Rademacher in Kupperberg beerdiget alt 46 Jahr“

13.06.1750

„Den 13 dito Wardt Susanna Heyneltin von Neudorf beerdiget alt 36 Jahr“

30.08.1750

„Den 30 Aug: wardt Anna Maria Linckin Von Weygelssdorff beerdiget alt 20 Jahr“

03.11.1750

„Den 3 Novemb: wardt  George Pohl von Lassckowiz beerdiget alt 50 Jahr

03.01.1755

Das Bauernpaar Adam Raschdorf und Ehefrau Anna Maria wird  innerhalb zweier Tage beerdigt

23.03.1755

„Den 23ten Dito Wardt Christ. Mehlans von Moschwitz sein Sohn beerdiget alt 15 Jahr“

02.04.1755

Den 2ten  April Ward Ursula Nickelin Ausszueglerin  von Moschwitz beerdiget alt 94 Jahr

10.07.1755

Franz Anton, Sohn des Inwohner Franz Kappe und der Anna Maria aus Sackerau wird in Wiesenthal getauft

29.08.1755

„Den 29ten Aug: Ward Michael Schoenfeldt Junggeseel von Crasswitz beerdiget alt 28 Jahr“

13.03.1756

„Den 13ten Dito Wardt Rosina Kahrigin gewessenen Ausszueglerin in Heintzendorff beerdiget alt 60 Jahr“

03.04.1757

„Den 3ten April Ward ein Currahsir  Reither mit Nahmen Muhfall beerdiget“

01.02.1758

„Den 1ten Februario Ward dess Andreas Nabraths von Ohlguth sein Soehnl: beerdiget alt 2 Jahr“

26.05.1758

Der Gaertnerehepaar Melchior Haucke (67) und Anna Maria Franke (60) werden am selben Tag beerdigt . Melchior Haucke war Kirchvater in Wiesenthal. Sein Nachfolger wird sein Sohn Melchior Anton Haucke.

25.06.1759

Den 25ten Juny ward Ignatz Aerlich gewessener Junggeseel von Gurschdorff beerdiget alt 20 Jahr

07.07.1759

Den 7ten Dito Ward der Eva  Rosalia Luxin Erb Kretsch. in Willwitz ihr Soehnl. beerdiget alt 10 ???

11.10.1759

Eine Nottaufe wird erwaehnt

1760

Es fand in diesem Jahr keine Hochzeit in Wiesenthal statt

06.06.1761

Den 3ten Juny wardt Friedrich Ullrich Junggeseel von Moschwitz beerdiget alt 16 Jahr

29.09.1761

Anna Barbara Huebner, geboren in „Puenckschuene“, Tochter des Fuesilier Johann Huebner, wird in Wiesenthal getauft

08.10.1761

Maria Johann Hedwig Goebel, geboren in Schoenjohnsdorf, Tochter des Haeusler Anton Goebel und der Johanna wird in Wiesenthal getauft

25.10.1762

Eine Nottaufe wird erwaehnt

17.02.1763

Das Ehepaar Josef Neumann/Anna Maria Pose werden am selben Tag beerdigt

29.12.1764

Den 29ten dito Wardt Anna Rosina Neumanin beerdigt gewesene Ausszuegl: in Raetsch ihres Alters 92 Jahr

08.06.1765

Den 8ten Juny wardt a:R:P:  Gregori Horn ein Toechterlein Anna Maria Helena getauffet  ...  die Muter des Kindes Elisabeth Folthmanin auss Mittel=Steinau , der Vatter sohl sein Joseph Hertzog Innwohner in Mittelsteynau

1766

Drei Kinder des Hans Christoph Bluth sterben

14.12.1766

Eine Nottaufe wird erwaehnt

1768

Es sterben drei erwachsene Mitglieder der Familie Weiss aus Raetsch

26.9.1768

Eine Nottaufe wird erwaehnt

1.1.1769

„Ist bey allhisiger Kirche begraben worden der Als Pferde Junge in  Reumen dienende Anton Hertzog Juengling von Zesselwitz welcher den 30ten Decemb. frueh umb 2 Uhr an einem Schlagflus gestorben alt 14 Jahr“

1769

Drei  Nottaufen (29.1., 17.2. und 4.12.)  und eine Totgeburt werden erwaehnt (6.9.)

3.12.1770

Die Zwillinge Anna Maria Elisabeth (6:00) und Anton Franz Xaver Kurzer (16:00) sind im Abstand von 10 Stunden geboren worden

29.12.1770

Vermutlich aufgrund eines Stosses kommt es bei der Anna Maria Buchwald zu einer fruehzeitigen Geburt : „den 29ten Dec: Ist der Anna Maria Buchwaldin inliegerin in Reumen der zu Fall kommenden frueh umb 5 Uhr gebohrL Toechterlin zur heyl: Taufe gebracht“ „X Taeter soll sein Joseph Langer

12.06.1771

Eine Nottaufe verzeichnet

23.09.1771

den 23ten dito Ist bey Allhiesiger Kirche begraben worden ein Frembling welcher bey hiesigem Scholtze gestorben und sich auss dem Glaetzischen genannet weiss Niemand seinen Nahmen und auch nicht das Dorff wo Er her gebuertig sein Alter ist bey einen gleichen 18 Jahr und an einem Fleckfieber gestorben

09.05.1772

Eine Nottaufe verzeichnet

28.10.1772

den 28ten dito Ist in dem Dorffe Reumen bey dem dortigen Jaeger ein Fremder Jaeger mit Nahmen Laurentius Stock gebuerthig aus Maehren ein gewandert kommen bis daher von seiner Eheliebsten Margaretha gebohr: Froehlingin gebuerthig aus Deutsch Boheim ein Soehnl: zur  Welt gebohren Abend umb 7 Uhr dg 27ten dito  und selbes zur heyl: Tauffe gebracht  ... und heisst mit Nahmen Hubertus Simon

20.03.1773

d: 20ten Mertz Ist bey Allhiesiger Kirche begraben worden Anna Maria Hanselin gewesenes Hausweib von Doberschau [sic] den 18dito nachmitag umb 3 Uhr in Reumen gestorben an  der hietzigen Krankheit Alt 70 Jahr. 
Vermutlich starb sie waehrend sie ihre Tochter Susanne Hansel verh. Foerster besuchte

07.06.1773

Die erst 16 jaehrige Muellertochter Thekla Heynold heiratet den 22 jaehringen Bauern Franz Haase

18.09.1773

Eine Nottaufe vermerkt

 

                            

                                      Epigramm in der Kirchenmauer Wiesenthal

Besondere Ereignisse sind Mehrlingsgeburten. Die Überlebenswahrscheinlichkeit war in der Regel gering. Ich habe diese dokumentiert da ich beim ersten Lesen den Eindruck hatte, dass Zwillingsgeburten in manchen Zeitabschnitten haeufiger vorkommen. Bemerkenswert sind die zwei Zwillingsgeburten des Paares Dempe/NN ( 1744 und 1752) , des Paares Rose/Lindner (1753, 1754), des Paares Schneider/NN (1736,1742), des Paares Schroller/NN (1762,1763) sowie fuenf Zwillingsgeburten zwischen dem 27.10.1754 und dem 29.9.1755.

Zwillingsgeburten/Eltern

*12.04.1704

Rätsch

Bauer Hans Christoph Heer und Anna Rosina

*20.05.1709

Wiesenthal

Hausgenosse Melchior Jäckel und Barbara

*14.02.1713

Wiesenthal

Häusler Hans Klapper und Rosina

 

*12.11.1714

Wiesenthal

Gaertner Gottfried Grundt und Rosina

*18.07.1715

Reumen

Häusler Lorenz Haase und Ursula

*05.09.1716

Reumen

Tobias Schöber und Magdalena

*28.07.1717

Rätsch

Gärtner Christoph Kretschmer und Maria

*21.11.1721 

Wiesenthal

Bauer Christoph Wolf und Maria Lindner

*29.11.1721

Rätsch

Bauer Caspar Jockischmann und Regina Lindner

*19.07.1727

Wiesenthal

Bauer Caspar Hanisch und Anna Maria

*12.11.1728

Wiesenthal

Bauer und Kirchenvater Melchior Lindner und Anna Maria Mannel

*23.03.1735

Rätsch

Meisterschmied Balthasar Schilke und Johanna

*10.05.1736

Wiesenthal

Bauer Thomas Schneider und Elisabeth

*09.02.1741

Wiesenthal

Hausgenosse Hans Joseph Hanke und Anna Thrömer

*30.06.1742

Wiesenthal

Bauer Thomas Schneider und Elisabeth

*08.03.1744

Wiesenthal

Häusler Hans Dempe und Anna Barbara

*18.06.1746

Reumen

Häusler Anton Meltzig und Barbara

*04.12.1748

Rätsch

Hirte Anton Gruner und der Anna Maria Riedel

*25.07.1752

Wiesenthal

Häusler Hans Dempe und Anna Barbara

*23.02.1753

Rätsch

Gärtner Anton Rose und Anna Rosina Lindner

*09.11.1753

Wiesenthal

Bauer Caspar Huemler und der Appolonia Eckwert

*27.10.1754

Rätsch

Gärtner Anton Rose und Anna Rosina Lindner

*15.01.1755

Wiesenthal

Bauer Hans Caspar Jockischmann und Magdalena

*25.07.1755

Reumen

Häusler Bernhard Pella und  Maria Agnes

*27.09.1755

Wiesenthal

Mitkretschmer Joseph Tschiersch und Thecla

*29.09.1755

Wiesenthal

Schulmeister Johann Joseph Nixdorf und Anna Barbara

*13.05.1756

Wiesenthal

Gemeinschmied Anton Schneider und Gertrude

*31.08.1756

Wiesenthal

Inwohner Anton Fischer und Catharina Fieber

*21.05.1759

Rätsch

Inwohner Anton Schwarzer und Anna Rosina Goebel

*25.10.1762

Reumen

Gärtner Hans Heinrich Schroller und Hedwig

*10.12.1763

Reumen

Gärtner Hans Heinrich Schroller und Hedwig

*19.12.1763

Wiesenthal

Inwohner Anton Schlauschke und der Anna Rosina

*28.02.1765

Reumen

Gerichtsscholz Bernhard Haase und Thecla Beyer

*19.07.1766

Reumen

Häusler Hans Christoph Bluth und Anna Maria

*09.10.1769

Reumen

Gaertner Melchior Welz[el] und Veronica Heer

*03.12.1770

Wiesenthal

Inwohner Franz Kurzer und Barbara Guernther

*07.03.1771

Reumen

Inlieger Georg Bergmann und Elisabeth Goebel

*12.06.1771

Rätsch

Haeusler Anton Teuber und Maria Barbara Bergmann

*02.07.1772

Rätsch

Bauer Anton Rose und Rosina Rehnelt

*31.12.1772

Rätsch

Bauer Ignatz Lux und Anna Maria Lode

*07.09.1773

Wiesenthal

Inwohner Franz Rungler und Anna Maria Rehnelt

 

 

 

*15.03.1779

Reumen

Häusler Anton Wolf und Hedwig Prause

*11.03.1877

Wiesenthal

Bauerngutsbesitzer Heinrich Welzel und Ernestine Radig

*23.04.1877

Reumen

Arbeiterin Johanna Bertha Pech

             

Goldene Hochzeiten werden eher selten in den katholischen Kirchenbüchern erwaehnt. Umso überraschender ist es, dass für das Jahr 1726 gleich drei goldene Hochzeiten, allerdings erst im Anschluss an das Jahr 1728, gelistet sind. Basierend auf den teilweise geschätzten Geburtsdaten der Kinder bestanden die Ehen aber mindestens vierzig Jahre.

Goldene Hochzeiten

03.02.1726

Wiesenthal

Bauer und Gerichtsgeschworener Abraham Wolff und Maria

14.09.1726

Rätsch

Einwohner Melchior Lindner und Ursula

14.09.1726

Rätsch

gewesener Bauer und Gerichtsverwalter Adam Neumann und Maria

In diesem Zusammenhang ist sicherlich interessant dass sich ein verwitweter Ehepartner haeufig innerhalb weniger Monaten wiederverheiratet (z.B. Franz Muessinger zweite Hochzeit fand am 23.10.1746 statt, seine erste Frau  wurde am 7.7.1746 beerdiget)

Uneheliche Kinder, insbesondere dann wenn der leibliche Vater nicht genannt wurde, verursachen aus genealogischer Sicht  einen toten Punkt, der sich nur mit viel Glück überbrücken lässt.  Während sich  in manchen Kirchenbüchern des 19ten Jahrhunderts durchaus Randvermerke des Pfarrers finden lassen, worin sich der Schreiber über die seiner Meinung nach hohe Anzahl der unehelich geborenen Kinder (bis zu 20-30%) beklagt, so findet man Anfang des 18. Jahrhunderts  Taufen unehelicher Kinder eher seltener. Taufpaten unehelicher Kinder waren haeufig Unverheiratete. In der ersten Haelfte des 18. Jahrhundert werden die nicht verheirateten Muetter bei der Taufe des Kindes haeufig als „Beyschlaefferin“ bezeichnet. Ab circa 1765 wird dies durch „ausser der Ehe geborenes Kind“ ersetzt

Uneheliche Kinder

 

*05.10.1714

+31.01.1715

Wiesenthal

Hansel, Anna Maria

 

*06.05.1715

+06.04.1716

Wiesenthal

Neugebauer, Anton

 

*03.10.1715

 

Rätsch

NN, Gottfried

 

*25.09.1721

 

Reumen

Franke, Maria Elisabeth

 

*11.01.1726

+22.11.1726

Reumen

Hermann, Anton Thaddeus

 

*11.10.1726

+24.11.1726

Wiesenthal

Opitz, Anna Maria

 

*15.12.1728

 

Wiesenthal

Reinsch, Peter Gottlieb

 

*23.02.1729

+10.08.1732

Wiesenthal

Schubert, Hans Caspar

 

*01.05.1739

 

Rätsch

Tusche, Anton Philipp

 

*12.03.1743

 

Wiesenthal

Hans Georg

Eltern:  die verwitwete Elisabeth Göbel geb. Kunze und der verwitwete Balthasar Kaupert

*28.07.1743

+13.08.1743

Wiesenthal

Schubert, Anna Veronica

Vater Balthasar Kaupert

*16.08.1743

 

Wiesenthal

Hanisch, Johann Bernard

Vater Franz Nawrath, die Eltern heiraten das folgende Jahr.

*09.09.1745

+17.09.1745

Wiesenthal

Kuhnert, Johann Joseph

 

*24.01.1746

+23.03.1746

Wiesenthal

Fischer, Maria Magdalena

 

*16.06.1746

 

Reumen

Maria Juliana

Tochter der verwitweten Eva Heilig geb. NN

*25.12.1746

 

Wiesenthal

Schmied, Anna Elisabeth

Mutter aus Bernsdorf/Deutsch Boehmen

*21.04.1753

03.05.1754

Wiesenthal

Jaeckel, Johann Joseph

 

*23.07.1753

 

Reumen

Berner, Anna Maria Hedwig

 

*26.02.1758

08.03.1758

Reumen

Just, Hans Josef

 

*22.07.1760

 

Reumen

Herzig, Maria Elisabeth

 

*04.11.1763

28.11.1763

Reumen

Hansel, Johann Josef

Vater Husar Hans Georg Stuelper

*28.11.1763

20.12.1763

Raetsch

Ihms, Maria Barbara

Vater Husar NN Scheurich

*27.08.1764

 

Raetsch

NN, Franz Bernhard

Vater Hans Georg Gellrich aus Strehlen. Mutter wird nicht genannt !

*08.06.1765

 

Reumen

Voltmann, Elisabeth

Vater Joseph Herzog, beide aus  Mittelstein/Glatz

*02.09.1766

 

Wiesenthal

Schubert, Josef Bernhard

 

*16.02.1767

21.02.1767

Reumen

Hansel, Anna Maria

Vater Martin Mertel

*10.09.1768

 

Raetsch

Bergmann, Maria Barbara

 

*29.12.1770

 

Reumen

Buchwald, Maria Barbara

 

Leider waren nicht alle Einträge leserlich bzw. konnten bislang nicht rekonstruiert werden

 

Nicht eingearbeitete Einträge

erster +  Mai 1715

wardt der .... Klaper ?? alhir begraben

+10.8.1721

Wardt Anton Sch ?????????????????  alhir begraben

* 9.9.1723 

Familienname nicht klar lesbar [möglicherweise Zimmermann]

oo 20.11.1763

Haeusler und Witwer Gottfried ?? aus Reumen

+1.8.1764

Den 1ten Aug: Anton O???   gewesener Innwohner in Raetsch beerdigt seines alters 52 Jahr

     


In den  katholischen Kirchenbüchern (ab 1706) fallen hin und wieder größere zeitliche Lücken auf, die möglicherweise fehlende Tauf- oder Sterbeeinträge einzelner Personen erklären.

Mögliche Lücken

 

+

02.10.1709

12.01.1710

 

+

27.09.1717

13.01.1718

 

*

28.02.1720

16.06.1720

 

+

Nur 6 Beerdigungen 1723

 

+

01.11.1723

02.04.1724

 

*

18.01.1727

02.05.1727

 

*

19.11.1727

15.02.1728

 

*

19.10.1732

16.12.1732

 

+

13.06.1733

03.08.1733

 

+

21.09.1733

02.11.1733

 

*

21.04.1734

21.06.1734

 

+

Nur 11 Beerdigungen 1734

 

*

23.12.1734

25.01.1735

 

*

27.01.1735

11.03.1735

 

*

27.03.1735

12.06.1735

 

+

17.03.1736

31.05.1736

 

*

22.03.1737

05.05.1737

 

*

30.06.1737

11.08.1737

 

*

16.08.1737

03.10.1737

 

+

09.05.1738

22.07.1738

 

*

24.02.1740

03.08.1740

drei  Taufen

+

09.06.1740

01.08.1740

 

+

13.08.1740

05.11.1740

ein Todesfall

+

25.12.1740

08.03.1741

 

*

07.04.1742

31.05.1742

 

+

11.08.1742

22.10.1742

 

*

04.06.1743

13.07.1743

neuer Pfarrer

*

01.10.1743

06.12.1743

 

+

24.06.1743

04.08.1743

 

+

01.06.1745

31.07.1745

 

*

06.10.1745

23.01.1746

 

*

22.08.1746

30.10.1746

 

*

07.01.1747

21.03.1747

 

+

12.11.1747

17.01.1748

 

*

05.02.1748

02.05.1748

 

+

18.09.1748

26.11.1748

 

*

01.06.1749

04.07.1749

Neuer Pfarrer

+

29.06.1749

02.08.1749

 

*

21.07.1749

03.09.1749

 

*

01.12.1749

04.01.1750

 

*

27.10.1750

04.12.1750

 

*

22.11.1750

08.01.1751

 

*

14.04.1751

10.06.1751

 

*

20.12.1751

29.01.1752

 

+

25.08.1751

24.10.1751

 

+

22.11.1751

08.01.1752

 

+

16.04.1752

09.06.1752

 

+

24.12.1754

05.02.1754

 

+

04.05.1754

03.08.1754

 

+

24.11.1754

07.01.1755

 

+

10.09.1755

13.11.1755

 

*

25.01.1755

14.01.1756

 

+

25.06.1756

05.08.1756

 

*

30.01.1757

07.03.1757

 

*

25.07.1757

13.09.1757

 

+

27.05.1758

24.07.1758

 

Visitationen des Erzbistums fanden seit 1718 und in der Regel Ende Oktober bis Ende November statt.
Waehrend des siebenjaehrigen Krieges (1756-1763) fielen die meisten Visitationen aus.

Vermerkte Visitationen seitens des Erzbistum

-

26.11.1720

23.10.1730

14.10.1740

16.10.1750

-

Feb 1770
Nov. 1770

-

05.11.1721

24.11.1731

29.11.1741

28.11.1751

-

-

-

-

09.11.1732

27.10.1742

27.06.1752

-

03.10.1772

-

19.10.1723

14.12.1733

19.10.1743

13.10.1753

10.11.1763

30.09.1773

-

15.11.1724

25.10.1734

24.10.1744

16.10.1754

21.11.1764

 

-

06.12.1725

-

20.10.1745

07.11.1755

06.11.1765

 

-

08.11.1726

11.1736

15.11.1746

10.11.1756

22.10.1766

 

-

08.11.1727

-

20.10.1747

-

12.11.1767

 

15.11.1718

-

29.10.1738

06.11.1748

-

-

 

-

22.11.1729

23.10.1739

23.10.1749

09.11.1759

1.1769

 

Die Sterbebücher Wiesenthal nennen erstmalig am 25. Mai 1707 das Alter der verstorbenen Person, allerdings wird dies relativ schnell wieder vernachlässigt. So fehlen die Altersangaben in den  Jahren 1711-44  komplett. Ausnahmen bilden die Jahre  1713 (1) und 1737 (2 Personen mit Altersangaben). Erst seit der Visitation durch das Erzbistum am 24.10.1744 wird das Alter der verstorbenen Person angegeben.  Zuvor ist dies nur noch beim Tode des Lehrersohnes im Juli 1744 der Fall. Sofern ueberpruefbar stimmen die Altersangaben zumindestens fuer den Zeitraum 1744-1748. In einem Fall 1748 laesst der Schreiber das Alter aus und macht deutlich dass er das Alter nicht kennt (Lorenz Haase, +14.6.1748). Ende 1748 uebernimmt ein neuer Lehrer, Johann Joseph Nixdorf, die Fuehrung der Kirchenbuecher. Da er den Begriff Gastgeber statt Kretschmer verwendet, liegt die Vermutung nahe dass er nicht aus Schlesien stammte.  Da er und seine Ehefrau den Ort und seine Einwohner nicht kannten, sind etliche Personenangaben in den ersten Jahren fehlerhaft. Ein Beispiel ist der Taufpateneintrag vom fuenften Mai 1750 : "Pathen seyndt Anna Barbara Pfeifferin weyl: der Joseph Pf. ehl. Tochter Christoph Woeltz Bauer Elisabetha dess Godfriedt Justs Gaerth. ehl. Tochter, alle drey von Reumen". Statt Joseph muss es Christoph Pfeiffer und statt Gottfried nun Hans Just heissen.  In die Irre fuehrend ist folgender Trauungseintrag aus dem Jahre 1749 : „den 29 Julius a R:P: Paulo Schindler Anton Rehnold des weyl Godfriedt Rehnelt gewesenen Bauers alhir hinterlassener ehel: Sohn mit Jungfrau Apolonia Neumanin des  weyl. Melcher Neumans gewesenen Haeusslers in Raetsch hinterlassne Jungfrau Tochter copuliret.“. In der Tat gab es einen Anton Rehnelt, Sohn des Gottfried Rehnelt, aber dieser war zu dem Zeitpunkt mit einer Eva Rosina in Schoen Johnsdorf verheiratet, was man anhand seiner Taufpatenschaften vor und nach 1748 beweisen kann. Entsprechend kann man auch 250 Jahre spaeter nachweisen dass der Braeutigam wohl der Anton Rehnelt, Sohn des Michael Rehnelt war.  Wenn man nun weiss dass der Lehrer den Michael Rehnelt nicht kennen konnte und dass der Gottfried Rehnelt im April 1749 verstarb, ist der fehlerhafte Eintrag durchaus verstaendlich. Gleich zwei Heiratseintraege im Jahre 1757 erscheinen fehlerhaft, aber konnten bislang nicht sinnvoll eingeordnet werden (Barbara Jaeckel, Anton Ludwig). Die dort angegebenen Vaeter tauchen nicht im Kirchenbuch auf. Diese Fehler sind durchaus verstaendlich wenn man bedenkt dass ein Ortsfremder auf einmal 700 Personen namentlich richtig zuordnen, bei Heiraten, Taufpatenschaften haeufig auch noch den  korrekten Vornamen und Stand des Vaters erwaehnen soll.

Die Kirchenbuecher werden nicht notwendigerweise am Tage der Ereignisses gepflegt. So koennen durchaus mehrere Wochen zwischen dem Eintrag und dem Ereignis liegen. Der Todeseintrag des Johann Franz Jaeckel (*30.11.1749,+7.5.1750) lautete in der urspruenglichen Version auf die Anna Barbara Jaeckel (*13.8.1736, +7.7.1750) und wurde spaeter korrigiert. Ein anderes Beispiel ist eine Hochzeit vom 25.7.1762 die zwischen den Eintraegen vom 4.11.1762 und dem 21.11.1762 platziert wurde. Aehnlich verhaelt es sich im Jahre 1769.  Der Lehrer Florian Schnabel stirbt am 22.4 1769. Der erste Teil des Taufeintrages vom 4 Februar 1769 wurde noch von ihm geschrieben ("den 4ten February ist aus dem Dorffe"), die Fortsetzung erfolgt aber in einer anderen Schrift.

Fehlerhafte Altersangaben (oo,+) koennen entweder durch eine fehlerhafte Zuordnung meinerseits oder aber durch einer Ungenauigkeit des Schreibers verursacht. Es gibt Altersangaben die zweifelhaft erscheinen, aber durchaus im Bereich des Moeglichen liegen und mangels Geburtsdatum nicht widerlegt werden koennen. Nachfolgend ueberpruefbare Abweichungen von mehr als 2 Jahren

Name

*-Datum

*-Ort

+-Datum

+-Ort

+ Alter

Anna Maria Neumann

22.10.1710

Moschwitz

08.07.1748

Wiesenthal

34

Anna Maria Dempe

19.10.1720

Wiesenthal

18.09.1749

Wiesenthal

26

Hans Caspar Jung

12.04.1695

Raetsch

21.11.1751

Raetsch

50

Anna Rosina Krusche

05.01.1703

Willwitz

10.02.1753

Wiesenthal

62

Hans Joseph Lauter

20.05.1712

Wiesenthal

16.07.1753

Wiesenthal

47

Hans Caspar Kliche

12.11.1702

Wiesenthal

11.03.1754

Wiesenthal

54

Secunda Jockischmann

21.02.1693

Raetsch

08.01.1755

Reumen

56

Anna Maria Halm

07.07.1707

Alt Heinrichau

13.02.1755

Reumen

45

Hans Christoph Welz

10.12.1701

Reumen

23.04.1757

Reumen

63

Anton Meltzig

04.07.1700

Reumen

16.08.1757

Reumen

54

Eva Rosina Jaeckel

25.12.1716

Wiesenthal

16.05.1760

Wiesenthal

46

Hans Josef Lindner

07.12.1717

Raetsch

25.02.1761

Raetsch

46

Susanne Jung

12.08.1701

Raetsch

26.02.1761

Raetsch

52

Melchior Welzel

17.04.1712

Reumen

26.06.1762

Reumen

56

Josef Neumann

14.01.1718

Raetsch

17.02.1763

Raetsch

50

Hans Casper Lindner

10.07.1727

Reumen

18.11.1764

Reumen

42

Melchior Wolff

10.08.1694

Wiesenthal

05.12.1764

Wiesenthal

73

Hans Georg Lindner

12.06.1723

Reumen

13.02.1765

Wiesenthal

38

Hans Casper Rehnelt

21.12.1712

Wiesenthal

28.08.1766

Wiesenthal

49

Anton Rehnelt

12.11.1715

Wiesenthal

24.12.1768

Wiesenthal

53

Anna Maria Lindner

16.12.1713

Raetsch

27.10.1769

Raetsch

60

Brigitte Lindner

20.07.1708

Reumen

25.11.1769

Raetsch

66

Hans Casper Patzt

12.04.1703

Wiesenthal

02.03.1770

Wiesenthal

72

Christian Ihms

14.08.1698

Raetsch

12.06.1772

Raetsch

88

Josef Rose

24.01.1733

Reumen

22.05.1773

Raetsch

50

In der zweiten  Jahreshaelfte 1761 sind vermutlich etliche Eintraege fehlerhaft da sie nur dann in das Gesamtbild passen wenn man einen Vornamen austauscht (z.B. +Anna Barbara Lauterbach, Tochter des Anton Lauterbach, laut Sterbeeintrag aber angeblich Tochter des Hans Georg Lauterbach; Heirat der Anna Barbara Riedel  stattdessen angeblich Maria Barbara).

Heute unbekannte Berufe und deren Bedeutung

Im katholischen Kirchenbuch wird Hans Göbel 1727 in einem Taufpateneintrag und 1741 in seinem Begräbniseintrag als Pflugschütze erwähnt. 1746 wird der Pfluckschütze David Hoffmann aus Krelkau Taufpate in Wiesenthal und am 20.11.1767, 14.11.1771 ein Pflugschuetze Friedrich Kuschel aus Wiesenthal. Laut Maitzen24 arbeitete der Pflugschütze im Auftrag des Dorfgerichtes. Eine Aufgabe war demnach die Besichtigung der Feuerstellen. Maitzen ergänzt dass ein „Pflug-schuetze“ ein Flurschütz ist. Laut Zeidler24  ist ein Flurschütze ein von der Obrigkeit bestellter Aufseher dessen Aufgabe es ist:
„1) sich die Fluhr-Revier und was darunter liegt, wohl bekannt zu
machen
2) auf Felde und Garten=Diebe und diejenigen so sonst in Feldern Schaden thun, so Tags als Nachts gute Aufsicht zu haben und niemand hierinnen nachzusehen sondern diejenigen, die sie über der Tat erwischen alsobald zu pfaenden und die Pfände zum
Wahrzeichen in die Gerichte, mit umständlicher Anzeigung des Facti gegen gewöhnliches Pfand-Gebühr einzuliefern.
3) darauf zu sehen dass niemand ohne Noth über eines andern Acker
gehe oder treibe oder denen Früchte Schaden thue.“

Der Heiratseintrag vom 24.11.1767 nennt den herrschaftlichen Roehrmeister Johann Casper Englisch (Engel) aus Schoen Johnsdorf als den Brautvater. Ein  Röhrmeister fertigte die Wasserrohre aus Baumstaemmen, hatte die Röhrwasser zu kontrollieren und war der Aufseher über Wasserleitungen und Brunnen26,

Der Erntedank-Umzug, im Hintergrund die Erbscholtisei, hat einmalig 1936 oder 1937 stattgefunden.






 

 

 

Verwendete Abkürzungen im Kirchenbuch

Muss man immer wieder dieselben Worte schreiben, so sucht man nicht nur heute sondern auch schon vor 300 Jahren nach einer Vereinfachung.  Statt September verwendet man der lateinischen Wortbedeutung folgenden fuer September ein 7ber, für  Oktober 8ber, für November 9ber und für  Dezember Xber. So wird aus einem Johann schnell ein Hans und aus einem Christoph ein Xtoph und einer Christina eine Xtina.

Quellen

*      vollständige Abschriften aller katholischen oo - Einträge  1706-1786, * -Einträge  1677-1774 und + -  Einträge  1706-1773

*      partielle Auswertung der katholischen *- Einträge  1775 – 1786, +- Einträge  1774- 1794

*      vollständige Auswertung der Standesamt-Einträge * 1874-1888, oo 1874-1899 und + 1886-1907

*      vollständige Auswertung des Grabstellenregister Wiesenthal

*      selektive Einträge der kath. Taufbuches 1879 -1926, seit 2011 verlustig

*      selektive Einträge des kath. Taufbuches 1927-1946

*      selektive Einträge des kath. Trauungsbuch 1889-1945

*      selektive Einträge des kath. Beerdigungsbuch  1889-1946

*      private Kopien von Ahnennachweisen

*      Kopien des Heimatkreisarchiv Frankenstein in Gütersloh

*      Fuer die Bereitstellung von Informationen bedanke ich mich recht herzlich bei den  nachfolgenden genannten Personen :  Rudolf Andermann, Uwe Beffert (OFB Leobschuetz), Wolfgang Bittner, Norbert Bohrmann (OFB Klein und Gross Tinz), Birgit Casper, Christoph Fitzek, Joachim Göbel (u.a. Fotos von Wiesenthal), Thomas Kahle (OFB Baitzen und Alt Altmannsdorf), Wilfried Klinke, Ralf Krause, Michael Kuznic (u.a. Kopie der Geschichte von Wiesenthal), Armand Meert, Beata Mrozowska, Wolfgang Mueller, Ruediger Nowag, Luise Pätzold, Peter Schatz, Rainer Schönfeld (OFB Kamnig), Michael Sonntag, Erwin Trippel, Ralf Walendy (OFB Frankenberg), Brigitta Welzel, Ursula Wolf, und Anja Ziegelmeier

Aus den folgenden Gründen muss davon ausgegangen werden, dass ein Teil der frühen Kirchenbucheinträge vom 1677 bis 1703, nachträglich erstellt wurden:

*      die Handschrift ist über 53 Jahre dieselbe (1677-1732, Lehrer Hayn)

*      die Reihenfolge innerhalb eines Jahres ist nicht chronologisch

*      zwei Taufen innerhalb weniger Monate (selbe Paar, selbe Taufpaten)

*      zwei Wiesenthaler Scholzen gleichzeitig

*      Taufpatin erscheint unter dem FN des zukünftigen Ehemannes

*      häufig keine Taufen im Januar oder Februar

*      der taufende Priester wird nicht angegeben

Vermutlich handelt es sich um Abschriften eines teilweise verbrannten bzw. beschädigten Kirchenbuches (Kirchenbrand 1706), oder um eine nachträgliche Rekonstruktion des verlorenen Kirchenbuches.

Statistisches

Zwischen 1706 und 1787 fanden in der katholischen Kirche von Wiesenthal 553 Hochzeiten statt. Pro Dekade waren es in etwa 70 Hochzeiten, wobei kriegsbedingt 1760 keine, 1755 dreizehn und 1763 gar fuenfzehn stattgefunden haben. Nach dem Uebergang 1763/4 stehen fuenf Hochzeiten des Jahres 1763.  Dies faellt nur dann auf wenn man die Jahreszusammenfassung mit der Anzahl der Heiraten des Jahres vergleicht und beruecksichtigt dass der Pfarrer Bonifacius Weiss Ende 1763 die Gemeinde verlaesst und demnach 1764 keine Heiraten durchgefuehrt haben kann. Vermutlich wurde diese Seite falch gebunden.

 

Jan

Feb

Mrz

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

1706 .. 1709

0

2

0

0

1

1

0

1

0

6

12

0

1710 .. 1719

9

7

1

0

1

2

1

1

2

5

19

0

1720 .. 1729

7

8

0

4

1

4

4

1

1

10

29

0

1730 .. 1739

6

7

0

3

8

2

5

3

9

11

22

1

1740 .. 1749

8

12

0

4

8

3

5

2

4

7

12

0

1750 .. 1759

16

6

0

2

8

7

7

3

3

9

15

0

1760 .. 1769

15

4

0

9

5

5

10

0

3

5

16

0

1770 .. 1779

7

2

0

2

11

3

10

4

0

10

23

0

1780 .. 1787

13

5

0

0

4

4

4

0

2

8

11

0

Summe

81

53

1

24

47

31

46

15

24

71

159

1

Spitzenreiter unter den katholischen Heiratsmonaten waren die Wintermonate November und Januar. Die Advents- und die Fastenzeit (um Maerz) wurden offensichtlich aus religoesen Gruenden gemieden. Die Hochzeit am vierten Maerz 1715 lag knapp ausserhalb der Fastenzeit, die in diesem Jahr  erst zwei Tage spaeter anfing. Auch in der Erntezeit (August, September) wurde aufgrund der Erntearbeiten seltener geheiratet. Am 27.12.1733 fand die einzige Hochzeit  im Dezember statt und zwar zwischen einem Georg Ludwig aus Kasichke (im Neissischen) und der Witwe des Inwohners Hans Christoph Fischer. Das Brautpaar, der Herkunftsort des Braeutigams und der verstorbene erste Ehemann der Braut werden nur an dieser Stelle im Kirchenbuch erwaehnt.

Anmerkungen

Das Ortfamilienbuch Wiesenthal, Reumen und Rätsch enthält neben den im Kirchenbuch und Standesamt erwähnten Personen auch deren Vor und Nachfahren. Ferner wurden alle Taufpaten und Trauzeugen ausgewertet. Üblicherweise werden pro Taufe drei Taufpaten mit Stand und Wohnort angegeben. Bei unverheirateten Taufpaten und Trauzeugen wird der Eintrag häufig mit dem Namen des Vater des Taufpaten und Trauzeugen ergänzt. Die Einträge der Trauungen enthalten Angaben zum Stand und Wohnort der zwei männlichen Trauzeugen. Diese Information hilft bei der Entschlüsselung fehlender, unvollständiger oder inkonsistenter Einträge. Sofern die Taufpaten und Trauzeugen aus der Pfarrei Wiesenthal stammen sind diese im Ortsfamilienbuch erfasst. Alle anderen Personen befinden sie sich in der Meta-Datenbasis auf meiner Homepage (siehe unten) bzw. teilweise in den anderen OFB’s  (Berzdorf, Frömsdorf, Alt Heinrichau). 

Naheliegende Zuordnungen, die aber nicht zwingend nachgewiesen werden können, werden in der Anmerkung als solche ausgewiesen [Stichwort spekulativ]. Die Wahrscheinlichkeit sollte aber bei weit mehr als 90% liegen.

Unter der Rubrik Stand/Beruf wird in Klammern das Jahr der erstmaligen Nennung des Standes angegeben. Es ist daher möglich, dass diese Jahreszahl nach dem Todesjahr liegt. Dies ist dann der Fall , wenn der Brautvater  als verstorbener Gerichtsgeschworener angegeben wird, dies während seiner Lebzeiten aber nicht dokumentiert wurde.

Prinzipiell kann für die Richtigkeit aller Angaben keine Gewähr übernommen werden.  Eine eigene Überprüfung der Angaben wird nahegelegt. Der Familienname der Mutter wird in der Regel erst ab 1775 angegeben. Heiratet ein Mann nacheinander Frauen mit demselben Vornamen so fällt dies vor 1775 nicht auf. Einzige Indikation sind die Taufpaten der Kinder dieser Ehe(n).  Wird das Geburtsdatum nicht explizit erwähnt so habe ich das Taufdatum als Geburtstag übernommen. Entsprechendes gilt für die Beerdigung. Hier sollte man allerdings bei Erwachsenen mindestens zwei Tage Differenz annehmen. Man beachte dass die ersten Kirchenbuchschreiber [Lehrer Hayn und Sommer] bis 1744 nur in wenigen Fällen den Todestag angibt. Zu den wenigen Ausnahmen gehoeren zum Beispiel Familienangehörige der Scholzen. Der Jahrgang 1749 enthaelt drei Ausslassungen der Vornamen der Taeuflinge und etliche Ergaenzungen sowie Korrekturen (neuer Schreiber/Lehrer).

In manchen Fällen habe ich offensichtliche Fehler des Kirchenbuchschreibers korrigiert. Dies wird im Text erwähnt [siehe z.B. Christoph Klein alias Seichter oo Brigitte, Kinder 1721 und 1724, siehe Hochzeitseintrag Rehnelt/Neumann 1749]

Statt der Buchstaben  „ä“, „ö“, „ü“, „ß“  habe ich in der Regel „ae“, „oe“, „ue“ und „ss“ verwendet.

Die Verwendung der Terms „allhier“  im Kirchenbuch bezieht sich auf den Ort Wiesenthal.

 

Verwendete Literatur  (besonders empfehlenswerte Literatur fett hervorgehoben)

1 Zimmermann, Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, vierter Band ,1785
2 J. G. Knie/J. L. M. Melcher, Alphabetisch-statistisch-topographische Übersicht der Dörfer, Flecken, Städte und anderen Orte der königl. preuß. Provinz Schlesien, 1. Auflage, Breslau 1830
3 J. G. Knie, Alphabetisch-statistisch-topographische Übersicht der Dörfer, Flecken, Städte und anderen Orte der königl. preuß. Provinz Schlesien, 2. Auflage, Breslau 1845
4  Volkszählungen 1905, 1.12.1910, 16.6.1933, 17.5.1939
5 Münsterberger Land, Ein Heimatbuch für Schule und Haus, Alfred Kretschmer, 1931
6 Schlesisches Ortschafts Verzeichnis, Korn, Ausgaben 1901, 1913, 1941
7 Gemeindelexikon 1885
8 Altheinrichau, Geschichte eines ehemaligen Heinrichauer Stiftsdorfes, Prof. Dr. Paul Klemenz,1936
Geographische, naturhistorische und technologische Beschreibung des souverainen Herzogthums Schlesien, Dritter Theil , Die Fürstenthümer Münsterberg und Brieg, Johann Adam Valentin Weigel, 1801
10 Dokumentirte Geschichte des Bisthums und Hochstiftes Breslau, Dritter Band, Dr Johann Heyne, 1868
11 Heinrichau, Geschichte eines schlesischen Zisterzienserklosters 1227-1977, Heinrich Grüger, Boehlau Verlag, 1978
12 Akten bezüglich Bauten und Instandsetzungen an der Kirche und der Pfarrei Wiesenthal 1827-1879
13 Realhandbuches des Bistums Breslau, Teil 2, 1929, gefunden in
11
14 schlesisches Kirchenblatt eine Zeitschrift, vierzehnter Jahrgang 1848
15
Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Breslau1868, Bevoelkerungsstand am 3.12.1864
16Jahresbericht der Schlesischen Gesellschaft für Vaterländische Kultur, Band 73
17 Verhandlungen der Versammlung zur Vereinbarung der Preussischen Staats-Verfassung, 2ter Band , 1848
18 Geschichte der Stadt Strehlen in Preußisch-Schlesien, von Franz Xaver Görlich, Pfarrer daselbst, Breslau 1853, Primärquelle : Heinrichauer Zinsbuch
19 Analecta Cisterciensia, Bände 38-39, Editiones Cistercienses, 1982
20 Schlesische Provizialblaetter, Streit und Zimmermann, Band 22   [July-Dez 1795]
21 Zeitschrift für Ostforschung: Länder und Völker im östlichen Mitteleuropa, Band 27, Elwert, 1978
22 Beytraege zur Kriegskunst und Geschichte des Krieges von 1756 bis 1775, Band 4,  Johann Gottlieb Tielke, 1781
23 Scriptores rerum Silesiacarum, Verein fuer Geschichte und Alterthum Schlesiens, Sechster Band, Geschichtsquellen der Hussistenkriege , Breslau 1871, dort angegeben Quelle : Pfarrarchiv zu Heinrichau, Signaturbuch des Klosters Heinrichau
24  Urkunden schlesischer Dörfer, zur Geschichte der ländlichen Verhältnisse und der Flureintheilung insbesondere / hrsg. von August Meitzen. -  Breslau : Max , 1863.
25 Zedlers Universallexikon (1731-1754)
26 Oekonomische Encyklopaedie oder allgemeines System der Staats= Stadt= Haus= und Landwirthschaft in alphabetischer Ordnung von D. Johann Georg Kruenits , 1773

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