|
Home > Datenbanken > Ortsfamilienbücher > Wiesenthal, Reumen und Raetsch |
|
Ortsfamilienbuch Wiesenthal, Reumen und RaetschDa meine direkten Wolf Vorfahren seit Beginn der Kirchenbuchaufzeichnungen in Wiesenthal/Kreis Muensterberg dokumentiert sind und erst mein Urgrossvater um 1880 Wiesenthal verlassen hat, stammen viele meiner Vorfahren aus Wiesenthal, Raetsch und Reumen. Fuer Ergänzungen , Korrektueren stehe ich gerne zur Verfügung Jürgen Wolf Quellen / Bemerkungen Alfred Kretschmer 5 gibt für die deutschsprachigen Ortsnamen folgende Erklärungen: Rätsch stammt vom Personennamen Radislaus ab. 1263 wird Rätsch Radsici und Die Einwohnerzahl der drei Dörfer erreichte etwa 1845 mit 946 Einwohnern ihren Spitzenwert und pendelte sich spaeter auf einen Wert um die 720 Personen ein. Die Bevölkerung war mehrheitlich katholisch [in Klammern der evangelische Anteil].
Die römisch-katholische Kirche, Pfarr- und das zweiklassige5 Schulhaus, der Amtsbezirk und das Standesamt befanden sich in Wiesenthal. Reumen verfügte über eine Betkapelle vor Ort3, evangelische Kirche und Schule lag in Heinrichau5. Fuer Rätsch und Wiesenthal war die evangelische Kirche Steinkirche zustaendig7. Der Schulunterricht erfolgte durch einen einem Lehrer und einen Hilfslehrer 2,3. Zum Standesamtsbezirk gehörte auch Willwitz. Die Post und Bahnstation lagen in Heinrichau (circa 1km). Die drei Dörfer gehörten ursprünglich zum Kreis Münsterberg (7-10km entfernt), und von 1932-1946 Frankenstein. 17851 (18019) hatte Rätsch neun (neun) Bauern, neun (neun) Dreschgärtner, sechs (sechs) Häusler und ein Gemeinhaus. Reumen dahingegen nur fünf (neun) Bauern keinen (einen) Haeusler und zwei Gemeinhäuser, Das größere Wiesenthal hatte 23 (23) Bauern, fünf (fünf) Dreschgärtner, elf (elf) Häusler, eine Wassermühle und zwei Gemeinhäuser. Knie2,3 verwendet eine andere Zählweise. Demnach hatte Reumen 1830 [1845] 41 [45] Häuser, Rätsch 33 [30] Häuser und Wiesenthal 59 [62] Häuser, eine Freischoltisei, eine Wassermühle und vier Leinweberstellen. 1845 werden für Reumen zusätzlich noch eine Schmiede und anderes Handwerk, sowie neun Händler, für Rätsch eine Schmiede und anderes Handwerk und für Wiesenthal eine Brennerei, zehn andere Handwerke und fünf Händler angegeben.
Artur H. Knoblich beschreibt auf den Seiten 279 bis 2955 unter anderem auch Wiesenthal.In der Mitte des langgestreckten Dorfes befindet sich die katholische Kirche die von einer Rundmauer umgeben ist. Im Jahre 1666 beschreibt der Weihbischof Neander von Breslau die gotische Kirche von Wiesenthal als ein aus Ziegeln erbautes, und mit Dachziegeln gedecktes Gotteshaus mit einem steinernen Turm. Knoblich vermutet dass Wiesenthal vermutlich die erste Kirche im Umkreis ist, die Dachziegeln verwendet hat. Die mit Bildern bemalte Decke und der Boden sind aus Holz. In der Kirche befinden sich ein gotischer Klappaltar und eine geräumige Sakristei. Der Bericht erwähnt eine kleine Kapelle mit Altar bei der Kirche. 1706 brennen Kirche und Schule ab, wird aber innerhalb vier Monate im selben Jahre im Barockstil wieder aufgebaut. Von der früheren Kirche ist in dem inneren Seitengang ein aus Granit bestehendes gotisches Portal erhalten. Ein kleinerer Spitzbogen findet sich in der Mauer des Pfarrhausgartens. An der Verbindungsmauer zwischen von Kirche und Pfarrkaus befinden sich einige kuenstlerische Sandsteinfiguren aus der Klosterzeit. Ein wertvolles Messbuch aus dem Jahre 1513 war ein besonderes Prunkstück der Kirche, welche früher eine Wallfahrtskirche gewesen sein soll. Am 22. Januar 1429 verwuesteten und brandschatzten die Hussiten nicht nur das am 28.12.1428 von den Ordensbruedern verlassene Stift Heinrichau, sondern auch die Stiftsgueter Reumen komplett und Wiesenthal teilweise 10. Anbei eine Liste der im katholischen Kirchenbuch genannten Priester, wobei die hauptamtlichen gelb hervorgehoben werden. Das Taufbuch 1677-1706 nennt keinen Priester.
Im Kirchenbuch Wiesenthal werden folgende Lehrer genannt, die auch fuer die Kircheneintraege verantwortlich waren. Die Tabelle nennt das Datum der ersten und letzten Erwaehnung als Lehrer, sowie soweit bekannt das Sterbedatum
Das katholische Kirchspiel Wiesenthal hatte zwei Kirchenvaeter, die alle von der Gemeinde Wiesenthal gestellt wurden. Die Tabelle nennt das Datum der ersten und letzten Erwaehnung im Kirchenbuch Wiesenthal, Beruf, Stand und Name des Kirchenvates, sowie ergaenzende Information
Wiesenthal hatte eine Gerichts- beziehungsweise (Erb-)Scholzen.
Bemerkenswertes :
Einer der ungewoehnlichstes Eintraege, nebst Zeichnung, ist ein Taufeintrag des Jahres 1710.
"Reymen
Den 14. July Wardt dem Lorentz walter Haussgenoss ein Toechterl:, A.R.P. Victorin Maria getauffet, die Mutter Anna Maria, seiner monstros gestalt ist wie folget, 2 gesichter 4. Augen, 2 Muendlein, 2 Nassen, uebrigens volkomm wie Andere Kinder Nur ein Haubt 2 Haende 2 Fuesse bey gesetzer Figur bezeigt es deutlich, Pathen seindt Thomas Mueller Pauer, Maria Hanss Caspar Reymans Schenkens ehweib undt Anna Barbara, Gottfried Lindner Pauer ehweib auf den Namen "Maria getauft" Siehe Begraebnisbuch" 1714 sterben innerhalb drei Wochen erst der Bauer Christoph Wiehan, dann sein Sohn Johann Joseph und seine Frau Catharina
1715 innerhalb weniger Wochen stirbt das Hirtenpaar Opitz (Kinder nur wenige Jahre alt)
am 9.8. 1720 wird der durchreisenden Tochter eines "calvininischen Doctores" eine Tochter geboren (Theresia Polinske)
im Jahre 1720 stammen 27 (!) der 43 Verstorbenen aus Reumen und einer aus Muensterberg Den 16. Martz [1721] Wardt ein armes Weib von Woitz aussem Neissischen begraben 11 der 21 eingetragenen Todesfaelle stammen aus Reumen den 6 Juni 1726 verstirbt Wilhelm "Schroeck" aus "Beyern" in Wiesenthal
Leider waren nicht alle Eintraege leserlich bzw. nicht rekonstruiert werden.
In den katholischen Kirchenbuechern (ab 1706) fallen hin und wieder groessere zeitliche Luecken auf, die moeglicherweise fehlende Taufen oder Sterbedaten einzelner Personen erklaeren.
Quellen
Es muss davon ausgegangen werden dass ein Teil der fruehen Kirchenbucheintraege, beginnend mit dem Jahr 1677 bis mindestens 1703 nachtraeglich erstellt wurden :
Vermutlich handelt es sich um Abschriften eines teilweise verbrannten bzw. beschaedigten Kirchenbuches (Kirchenbrand 1706), oder um eine nachtraegliche Uebertragung in das Kirchenbuch.
Anmerkungen
Das Ortfamilienbuch Wiesenthal, Reumen und Raetsch enthaelt neben den im Kirchenbuch und Standesamt erwaehnten Personen auch deren Vor und Nachfahren. Ferner wurden alle Taufpaten und Trauzeugen ausgewertet. Diese erscheinen im Ortsfamilienbuch sofern ein Bezug zum Kirchspiel Wiesenthal exisiert.
Zuordnungen die naheliegend sind, aber nicht zwingend nachgewiesen werden koennen, werden in der Anmerkung als solche ausgewiesen [Stichwort spekulativ]. Die Wahrscheinlichkeit sollte aber bei weit mehr als 90% liegen.
Unter der Rubrik Stand/Beruf wird in Klammern die erstmalige Nennung des jeweiligen Standes angegeben. Es ist durchaus moeglich dass dies Jahreszahl nach dem Todesjahr liegt. Dies ist zum Beispiel der Fall wenn eine Person zum Zeitpunkt der Eheschliessung seiner Tochter als verstorbener Gerichtsgeschworener angegeben, aber waehrend Lebzeiten dies nicht dokumentiert ist,
Prinzipiell kann fuer die Richtigkeit aller Angaben keine Gewaehr uebernommen werden. Eine eigene Ueberpruefung der Angaben wird nahegelegt. Der Familienname der Mutter wird in der Regel erst ab 1775 angegeben. Heiratet ein Mann nacheinander Frauen mit dem selben Vornamen so faellt dies nicht auf. Einzige moegliche Indikation sind die Taufpaten der Kinder dieser Ehe(n). Wird das Geburtsdatum nicht explizit erwaehnt so habe ich das Taufdatum als Geburtstag uebernommen. Entsprechendes gilt fuer die Beerdigung. Hier sollte man allerdings bei Erwachsenen mindestens zwei Tage Differenz annehmen.
In manchen Faellen habe ich Fehler des Kirchenbuchschreibers korrigiert. Dies wird im Text erwaehnt [siehe z.B. Christoph Klein alias Seichter oo Brigitte , Kinder 1721 und 1724]
Die Sterbebuecher Wiesenthal nennen zwar ab dem 25. Mai 1707 das Alter der verstorbenen Person, allerdings wird dies relativ schnell wieder vernachlaessigt. So fehlen die Altersangaben im Jahre 1711-28 komplett, 1713 wird das Alter bei einer Person angeben.
Verwendete Literatur
1Zimmermann, Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, vierter Band ,1785
2 J. G. Knie/J. L. M. Melcher, Alphabetisch-statistisch-topographische Übersicht der Dörfer, Flecken, Städte und anderen Orte der königl. preuß. Provinz Schlesien, 1. Auflage, Breslau 1830 3 J. G. Knie, Alphabetisch-statistisch-topographische Übersicht der Dörfer, Flecken, Städte und anderen Orte der königl. preuß. Provinz Schlesien, 2. Auflage, Breslau 1845 4 Volkszählungen 1905, 1.12.1910, 16.6.1933, 17.5.1939 5 Münsterberger Land, Ein Heimatbuch für Schule und Haus, Alfred Kretschmer, 1931 6 Schlesisches Ortschafts Verzeichnis, Korn, Ausgaben 1901, 1913, 1941 7 Gemeindelexikon 1885 8 Altheinrichau, Geschichte eines ehemaligen Heinrichau Stiftsdorfer, Prof. Dr. Paul Klemenz,1936 9 Geographische, naturhistorische und technologische Beschreibung des souverainen Herzogthums Schlesien, Dritter Theil , Die Fuerstenthuemer Muensterberg und Brieg,Johann Adam Valentin Weigel, 1801 10 Dokumentirte Geschichte des Bisthums und Hochstiftes Breslau, Dritter Band, Dr Johann Heyne, 1868 11 Heinrichau, Geschichte eines schlesischen Zisterzienserklosters 1227-1997, Heinrich Grueger, Boehlau Verlag, 1978 Software
www.ahnenblatt.de von Dirk Boettcher
www.ofb.hesmer.name von Diedrich Hesmer |
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||