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Familiendatenbank Dannenberg/Mark

 

500 Jahre Familiengeschichte in einem Gutsdorf auf dem Barnim

 

 

Enthält: Dorf Dannenberg, Vorwerk Torgelow, Vorwerk Klein Torgelow (+), Vorwerk Platz (+) - siehe OpenStreetMap

Zeitraum: 1535 - 1765 (wird erweitert)

 

Zur Ortsgeschichte siehe: 


Personenstandsquellen

Evangelische Kirchenbücher

Dannenberg war stets ein Kirchdorf. Das älteste (baufällige?) Kirchengebäude wurde 1814 bis auf einen 1738 erbauten Turm abgebrochen und trotz wiederholten Drängens der Gemeine erst 1844 durch einen Neubau ersetzt.[1] Der mit [Holz-] Schindeln gedeckte Turm entzündete sich am 23. Mai 1893 durch Flugfeuer, das vom Brand einer benachbarten Scheune übergesprungen war, und so wurde die zweite Kirche ein Raub der Flammen. Das heute noch stehende Gotteshaus wurde im Jahre 1894 im neugotischen Stil erbaut. Bereits bei der ersten evangelischen Kirchenvisitation (1542) hatte Dannenberg kein Pfarrhaus, sondern wurde kirchlich von Wölsickendorf aus versorgt. 1574 und 1600 war das Dorf eine Tochterkirche von Gersdorf.[2] Später (schon 1662)[3] gehörte der Ort zur Mutterkirche in Cöthen. 

Die evangelischen Kirchenbücher von Dannenberg sind ab 1738 erhalten. Im Zuge einer Sicherungsverfilmung (2001) wurden Mikrofiches angefertigt, die im Evangelischen Landeskirchlichen Archiv in Berlin im Rahmen der Schutzfristen (Taufen 90 Jahre, Konfirmationen 75 Jahre, Trauungen 70 Jahre, Begräbnisse 30 Jahre) einsehbar sind. Im Archivbericht / Beiheft 73 werden auf Seite 415, 416 die folgenden Kirchenbücher für Dannenberg aufgeführt:

  • Sign. 17219: Gesamtkirchenbuch 1738 - 1817 (enthält: Taufen, Trauungen, Begräbnisse)
  • Sign. 17220: Gesamtkirchenbuch 1818 - 1865 (mit Cöthen) (enthält: Taufen, Trauungen, Begräbnisse)
  • Sign. 17221: Gesamtkirchenbuch 1866 - 2000 (mit Cöthen) (enthält: Taufen, Trauungen, Begräbnisse)
  • Sign. 17237: Gesamtkirchenbuch Cöthen 1795 - 1817 (enthält: Taufen, Trauungen, Begräbnisse). - Darin: Konfirmationen im Pfarrsprengel Cöthen (mit Dannenberg und Falkenberg) 1812 - 1840
  • Sign. 17233: Konfirmationen im Pfarrsprengel Cöthen (mit Dannenberg und Falkenberg) 1837 - 1896
  • Sign. 17233/1: Konfirmandenaufnahmebuch für den Pfarrsprengel Cöthen (mit Dannenberg und Falkenberg) 1886 - 1964
  • Sign. 17235: Kommunikanten [Teilnehmer am Abendmahl] im Pfarrsprengel Cöthen (mit Dannenberg und Falkenberg) 1765 - 1803
Die Mikrofiches (nicht die Kirchenbücher) der Sign. 17219, 17220, 17237, 17233, 17235 wurden digitalisiert und sind online in Archion.

Duplikate der evangelischen Kirchenbücher

Nach dem Allgemeinen Landrecht für die Preußischen Staaten (1794) mussten Zweitschriften (Duplikate) der Kirchenbücher erstellt und jährlich an die zuständigen Gerichte eingesandt werden. Diese Vorschrift entfiel mit Einführung der Standesamtsregister am 1. Oktober 1874. Für Dannenberg war bis 1849 das Patrimonialgericht in Cöthen und ab 1849 das Kreisgerichtskommission I in Freienwalde zuständig. Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam sind folgende Duplikate vorhanden:

  • Sign. 5KB 2148: Taufen, Trauungen, Begräbnisse 1813 - 1848
  • Sign. 5KB 2149: Taufen, Trauungen, Begräbnisse 1849 - 1874

Militärkirchenbücher

Zur Zeit der Altpreußischen Armee (1714-1806) gehörte der Kreis Oberbarnim zum Kanton[4] des Infanterie-Regiments Nr. 23, das 1714 errichtet und 1806 aufgelöst wurde.[5] Die preußische Heeresreform von 1813 ersetzte das Kantonsystem durch die allgemeine Wehrpflicht. Einer Angabe von 1937 zufolge waren im Standortpfarramt Alte Garnisonkirche in Berlin folgende Kichenbücher des Infanterie-Regiments Nr. 23 vorhanden: Taufen 1736-1809 und Trauungen 1736-1806.[5]

Diese Regimentskirchenbücher befinden sich heute im Geheimen Staatsarchiv in Berlin:[6]

  • VIII. HA MKB Nr. 324: Taufen 1736-1781
  • VIII. HA MKB Nr. 336: Taufen 1782-1809
  • VIII. HA MKB Nr. 392/1: Trauungen 1736-1781
  • VIII. HA MKB Nr. 437: Trauungen 1782-1806

Die Kirchenbücher wurden im Jahre 1936 von der Reichsstelle für Sippenforschung fotografiert, allerdings linke und rechte Seiten getrennt. Die Mikrofilme liegen heute im Sächsischen Staatsarchiv in Leipzig:[7]

  • A 5541: Trauungen 1736-1781
  • A 5541 a: Taufen 1736-1781
  • A 5542: Taufen 1782-1809
  • A 5543: Trauungen 1782-1806

Kopien dieser Mikrofilme wurden im Jahre 1984 von der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" (USA) erworben. Sie sind online in Familysearch:

Drei dieser Filme sind auch online in Ancestry, Sammlung "Deutschland, ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1567-1945":

Katholiken

Die wenigen Katholiken gehörten zur 1849 gebildeten katholischen Gemeinde (ab 1924: Kuratie) Maria Hilfe der Christen in Freienwalde (Oder).[8] Die ab 1924 vorhandenen Kirchenbücher befinden sich in der katholischen Pfarrei St. Peter und Paul in Eberswalde.[9] Ob ältere Eintragungen in den bereits 1848[9] einsetzenden Matrikeln der Pfarrei St. Laurentius in Wriezen zu finden sind, ist unbekannt.

Juden

Nach dem Preußischen Judenedikt von 1812 mussten die Geburten, Heiraten, Sterbefälle von Juden bei den Stadt- und Landgerichten bzw. Landratsämtern registriert werden. Ab 1849 wurden die Geburts-, Heirats-, Sterberegister der Juden bei den neu eingerichteten Kreisgerichten geführt. Die Judenregister des Stadt- und Landgerichts Freienwalde befinden sich im Oderlandmuseum in Bad Freienwalde:[10]

  • Register über Geburten, Trauungen, Ehescheidungen und Todesfälle der israelitischen Gemeinde in Freienwalde, 1812-1854

Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam sind folgende Judenregister der Gerichtskommission I in Freienwalde vorhanden:

  • Sign. 5D Freienwalde 74: Sterbefälle unter den Taufgesinnten, Juden, Baptisten, Brüdergemeinde 1853-1874
  • Sign. 5D Freienwalde 75: Sterbefälle unter den Juden und Dissidenten, 1848-1874

Dissidenten

Das Preußische Religionspatent vom 30. März 1847 erlaubte erstmals ausdrücklich den Austritt aus der evangelischen Landeskirche. Fortan mussten die Geburten, Heiraten, Sterbefälle von Dissidenten dem jeweils zuständigen Gericht gemeldet werden. Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam sind folgende Dissidentenregister der Gerichtskommission I in Freienwalde vorhanden:

  • Sign. 5D Freienwalde 74: Sterbefälle unter den Taufgesinnten, Juden, Baptisten, Brüdergemeinde 1853-1874
  • Sign. 5D Freienwalde 75: Sterbefälle unter den Juden und Dissidenten, 1848-1874

Standesamtsregister

Im Zuge des "Kulturkampf" wurden in Preußen am 1. Oktober 1874 Standesämter eingerichtet. Sie beendeten das bis dahin nach Religionen getrennt geführte Personenstandswesen. Dannenberg gehörte zum Standesamt in Cöthen. Die nicht mehr der gesetzlichen Schutzfrist (Geburten 110 Jahre, Heiraten 80 Jahre, Sterbefälle 30 Jahre) unterliegenden Standesamtsregister befinden sich im Kreisarchiv Märkisch-Oderland in Seelow. Jüngere Jahrgänge liegen noch im Standesamt des Amtes Falkenberg-Höhe in Falkenberg (Mark).


[1] Schmidt, Rudolf: Aus der Pfuelen Land. I: Zur Geschichte von Dannenberg, Coethen, Torgelow, Platz, Sonnenburg, Falkenberg (Mark), Brunow, Gielsdorf, Wilkendorf, Schulzendorf, Möglin, Grünthal und Sydow. Im Auftrage des Kreisausschusses des Kreises Oberbarnim. Bad Freienwalde (Oder) 1928, Seite 16

[2] Die brandenburgischen Kirchenvisitations-Abschiede und -Register des XVI und XVII. Jahrhunderts. Band 4/3: Östliche Mittelmark. Aus dem Nachlass von Victor Herold herausgegeben von der Historischen Kommission zu Berlin. Bearbeitet von Christiane Schuchard. Berlin/Boston 2019 (=Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Bd. 109/3), Seite 464-465

[3] Als Georgius Gerhardt Gensichen im Jahre 1662 das Kirchenbuch von Gersdorf (mit Kruge) anlegte, bezeichnete er sich (nur noch) als "Pastor zu Trampe, Klobbeck und Gerstorff". Quelle: Evangelisches Landeskirchliches Archiv in Berlin, Gesamtkirchenbuch der evangelischen Kirchengemeinde in Gersdorf 1662-1777, Sign. 17368, online in Archion

[4] Zum Kantonsystem der altpreußischen Armee vgl. Kantonsystem – Wikipedia.

[5] Zum Infanterie-Regiment Nr. 23 vgl. Die Altpreußische Armee 1714-1806 und ihre Militärkirchenbücher. Bearbeitet und zusammengestellt von Alexander v. Lyncker. Berlin 1937 (=Schriftenreihe der Reichsstelle für Sippenforschung, Bd. 1), Seite 54-56

[6] Eger, Wolfgang: Verzeichnis der Militärkirchenbücher in der Bundesrepublik Deutschland (nach dem Stand vom 30. September 1990). Neustadt an der Aisch 1993 (=Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft der Archive und Bibliotheken der evangelischen Kirche, Bd. 18), Seite 108, 109, 114, 118

[7] Sächsisches Staatsarchiv, Bestand 21962 (Familiengeschichtliche Sammlung des Reichssippenamtes, Militärkirchenbücher)

[8] Amtlicher Führer durch das Bistum Berlin. 22. Ausgabe (1938), Seite 110

[9] Kirchenbuchdatenbank des Diözesanarchivs in Berlin: Freienwalde (Oder) und Wriezen

[10] Quellen zur Geschichte der Juden in den Archiven der neuen Bundesländer. Herausgegeben von Stefi Jersch-Wenzel und Reinhard Rürup. Band 1: Eine Bestandsübersicht. Bearbeitet von Andreas Reinke und Barbara Strenge unter Mitarbeit von Bernhard Braun und Nathan Sznaider. München u. a. 1996, S. 135

[11] Die Kirchenbücher der evangelischen Kirchen in der Provinz Brandenburg. Auf Grund amtlichen Materials zusammengestellt von Kurt Meyerding de Ahna. In: Archiv für Sippenforschung und anverwandte Gebiete, 10. Jg. (1933), S. 97-141, hier: S. 107


Abkürzungen und Siglen

BArch: Bundesarchiv. - Best: Bestand. - BLHA: Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Potsdam. - GStA: Geheimes Staatsarchiv, Berlin. - LGV: Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg e. V., Berlin. - RS: Rückseite. - SächsStA: Sächsisches Staatsarchiv. - Sign: Signatur. - VS: Vorderseite




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