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Ortsfamilienbuch Harpstedt

Das Kirchspiel Harpstedt

Als die Pastoren in Harpstedt im Jahr 1659 mit dem Schreiben eines Kirchenbuchs begannen, gehörten zum Kirchspiel Harpstedt dieselben Ortschaften wie heute. Weniger als 100 Jahre zuvor hatte es neben der Kirche in Harpstedt kleine Dorfkirchen in Groß Ippener, Horstedt und Kirchseelte gegeben, die aber in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts aufgegeben wurden. Leider gibt es von diesen kleinen Kirchen keinerlei schriftliche Überlieferungen.Sie lebten nur in den Erzählungen der Menschen weiter. Vereinzelt weisen auch Flurnamen auf ihren früheren Standort hin und gelegentliche Knochenfunde legen gleichfalls entsprechendes Zeugnis ab. In Harpstedt wurde zur gleichen Zeit eine 2. Pfarrstelle eingerichtet und die Seelsorge der beiden Pastoren umfasste fortan die Einwohner aller Dorfschaften von Hölingen, Hackfeld, Holzhausen im Süden bis Groß Ippener, Annen und Klein Henstedt im Norden. Bei der umfassenden Visitation im Jahr 1662 examinierten die Harpstedter Pastoren 97 Familien im Flecken Harpstedt und 226 Familien in den zum Kirchspiel gehörenden Ortschaften.

Der Harpstedter Raum war bereits in vorchristlicher Zeit besiedelt, wovon die Funde in verschiedenen Ausgrabungen, die Großsteingräber bei Reckum und zahlreiche Hügelgräber uns Kunde geben.

Der Harpstedter Rauhtopf, ein aus Ton gefertigtes Vorratsgefäß, hat vergleichbaren Funden aus dem 1. Jahrtausend vor Christus im norddeutschen Raum bis hin zum Niederrhein den Namen gegeben. Vom gewellten oberen Rand abgesehen war, es ein schmuckloses Gefäß, das außen mit Lehm beworfen wurde und dadurch seine rauhe Oberfläche erhielt.

Der Harpstedter Sonnenstein, den Forscher in die frühe bis mittlere Bronzezeit (2000 bis 1500 v. Chr.) datieren, hat um eine punktförmige Vertiefung 12 konzentrisch angeordnete Ringe. Die Bedeutung dieser Sonnensteine, ein ähnlicher wurde bei Beckstedt gefunden, andere in Irland und Skandinavien, ist nicht geklärt.

Harpstedter Rauhtopf   Harpstedter Sonnenstein
Harpstedter Rauhtopf   Harpstedter Sonnenstein
(Zum Vergrößern die Bilder anklicken!)

Johann Heinrich Redeker, der etwa von 1700 bis 1730 Schreiber auf dem Amt in Harpstedt und damit nächst höchster Beamter nach dem Amtmann oder Drosten war, hat in seinem Ortsplan des Fleckens „die Drohe“ als einen großen Platz im Zentrum einer vorchristlichen Siedlung eingezeichnet „wo in alter Zeit der Götze gestanden hat.“

Die Menschen im Kirchspiel Harpstedt mussten in der überlieferten Geschichte wechselnden Herrschern dienen. Als im 11. und 12. Jahrhundert die Grafengeschlechter begannen, sich ein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet zu schaffen, gehörten große Teile des Harpstedter Raum zum Gebiet der Grafen von Neubruchhausen, denen dann die Grafen von Hoya folgten. Diese schufen aus der bereits vorhandenen Burganlage in Harpstedt ein Schloss, erweiterten die Befestigungsanlagen um zahlreiche Wohnräume und bauten auch eine Kemenate für die adeligen Frauen.
Im Jahr 1396 verlieh der Hoyaer Graf Otto III. Harpstedt das Weichbildrecht. Die Einwohner erhielten Bürgerrechte, ähnlich wie sie in der Stadt Bremen bereits galten, und wählten fortan Bürgermeister und Ratmänner. Um ihre leeren Kassen zu füllen, mussten die Hoyaer Grafen 1410 Schloss und zugehörige Vogtei Harpstedt für 30000 rheinische Gulden an das Oldenburger Grafenhaus verpfänden. Das Pfand wurde niemals eingelöst. Harpstedt war nun bis zum Jahr 1667 Teil der Grafschaft Oldenburg, geriet allerdings von 1474 bis 1547 unter die Herrschaft des Niederstifts Münster, dessen Bischof Heinrich von Schwarzburg 1474 Harpstedt den Oldenburgern wegnahm und 1481 auch die Stadt Delmenhorst eroberte.
Nach dem Aussterben der Hoyaer Grafen im Jahr 1582 erhoben die Herzöge von Braunschweig Anspruch auf Harpstedt, da die Hoyaer Grafen bei den Herzögen tief verschuldet waren. Nach mehrjährigem Streit entschied die kaiserliche Gerichtsbarkeit zu Gunsten der Braunschweiger. Die Oldenburger Grafen mussten Harpstedt als Lehen der Braunschweiger Herzöge nehmen. Als mit Graf Anton Günther im Jahr 1663 der letzte Oldenburger Graf in direkter Linie starb, kam Harpstedt unter die unmittelbare Herrschaft der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg und damit zum späteren Königreich Hannover. Wie schon zu Zeiten der Oldenburger Grafen setzten auch die Braunschweiger Herzöge einen Drosten von adeliger Herkunft oder einen Amtmann von bürgerlicher Herkunft als ihren Vasallen in Harpstedt ein. Schon lange Zeit hatte kein Graf mehr im Schloss gewohnt. Die Gemäuer verfielen zusehends. Als nach dem großen Brand von 1739 ein nahezu vollständiger Neubau des Ortes notwendig war, wurde auch das ehemalige Schloss abgerissen und ein Amtshof als Sitz des Amtmannes und seiner Beamten gebaut. Dieses Gebäude ist nach umfangreicher Instandsetzung und Erweiterung heute Sitz der Verwaltung der Samtgemeinde Harpstedt.
Am 4. Juni 1739 brach das Unglück in Form einer gewaltigen Feuersbrunst über den Ort herein. 89 Bürgerhäuser wurden ein Opfer der Flammen. Nur 25 Häuser in der Mullstraße blieben verschont. Selbst die stattliche Kirche, in der viele Bürger ihr wertvollstes Gut in der Hoffnung gebracht hatten, es so vor den Flammen zu retten, brannte bis auf Ruinen der Mauern nieder. Gab es damals weitaus schlimmere Verluste zu beklagen als ein verbranntes Kirchenbuch, so bedauern wir heute, dass das zweite Kirchenbuch, den Zeitraum Mitte des Jahres 1712 bis Juni 1739 betreffend, ein Raub der Flammen geworden ist. Neue Bürgerhäuser waren bald errichtet. Erst 1743 begann der Bau einer neuen Kirche, die nach Überwindung mancher Hindernisse, insbesondere finanzieller Engpässe, 1753 endlich geweiht werden konnte.

Vom Kirchenbuch zum Ortsfamilienbuch
Von den handgeschriebenen Kirchenbüchern bis zum online verfügbaren Ortsfamilienbuch war es ein langer Weg. Als die Projektgruppe im Herbst 2006 begann, Seite für Seite der Kirchenbücher zu fotografieren und Eintrag für Eintrag, etwa 40.000 insgesamt, digital zu erfassen, dachte niemand, dass es 6 Jahre dauern könnte, bis das Ortsfamilienbuch endlich online gestellt werden kann. Anfangs hatten wir die Unterstützung von nahezu 20 Personen, 15 Personen hielten durch, bis alle Einträge in den Computer eingegeben waren.Ihnen sei auch an dieser Stelle vielfacher Dank gesagt.
Bei der anschließenden Aufbereitung der Daten für eine Ged-Datei und der dann folgenden Eltern-Kinder-Zuordnung im Genealogie-Programm konnten nur wenige Personen eingesetzt werden. Den Zeitraum 1750 bis 1895 bearbeitete Hans Buhlrich. Die Jahre 1659 bis 1749, einschließlich zahlreicher Recherchen außerhalb der Kirchenbücher, um die Lücke 1712 bis 1739 zu überbrücken, oblagen Jürgen Ellwanger. Die Umsetzung der Daten in eine Ged-Datei und sämtliche technischen Fragen beim PC-Einsatz erledigte Timo Kracke.

Wenn 15 bis 20 Personen parallel die in altdeutscher Schrift, oftmals in miserabler Ausprägung verfassten Einträge im Kirchenbuch lesen und in den PC eingeben, sind Lesefehler und Tippfehler unvermeidlich. Viele haben wir ausmerzen können, manche haben wir nicht bemerkt, da bitten wir um Nachsicht.
Mit Beginn der standesamtlichen Aufzeichnungen im Jahr 1874 haben die Pastoren die Kirchenbucheinträge vereinfacht. Bei den Taufen fehlen Angaben zu den Eltern. Familienforscher werden die fehlenden Angaben aus den standesamtlichen Dokumenten entnehmen müssen, die nunmehr im Staatsarchiv Oldenburg liegen.

Kontakte
Vom Kirchenvorstand beauftragt wird Hans Buhlrich für die weitere Pflege des Harpstedter Ortsfamilienbuchs zuständig sein.
Hans Buhlrich, Logeweg 48, 27243 Harpstedt
E-mail: hans.buhlrich@ewetel.net
Telefon: 04244 966738

Komplette Vorfahrenlisten, Nachfahrenlisten, Familienblätter und ähnliches können aus dem Genealogieprogramm erzeugt werden. Diesbezüglich wenden Sie sich ab 2013 an das Büro der Evangelischen Kirchengemeinde Harpstedt, Mail: ahnenforschung@kirche-harpstedt.de
Hier können Sie auch ein digitales oder ausgedrucktes Foto vom handgeschriebenen Originaleintrag im Kirchenbuch bekommen. Für das Anfertigen solcher Listen und Fotos ist ein Kostenbeitrag an die Kirchengemeinde zu leisten.

Karte von Harpstedt (ca. 1739)
Karte von Harpstedt vor dem Brand (ca. 1739)
(Anklicken zum Vergrößern)

Weitere Dokumente für die Familienforschung im Kirchspiel Harpstedt

Alte Steuerregister und Höfelisten können die Erkenntnisse über die Familien im Kirchspiel zur Zeit des ersten Kirchenbuches ergänzen und absichern. Weiter zurückliegende Dokumente können dem Familienforscher helfen, noch tiefer in die Vergangenheit zurückzugehen.

Folgende Steuerlisten und Höferegister wurden für die Familienforschung aufbereitet:
a) für die Ortschaften im Amt Harpstedt mit Ausnahme des Flecken Harpstedt

b) für den Flecken Harpstedt

Mit Ausnahme vom Seelenregister umfassen diese Dokumente das Amt Harpstedt. Außer den Orten im Kirchspiel gehörten noch Dimhausen, Groß- und Klein Hollwedel, Diek, Groß Ringmar im Bassumer Raum und Bürstel, Siek, Eggese, Stelle und Mackenstedt im Stuhrer Raum dazu. Die Dokumente enthalten also auch die Höfe in diesen Orten.
Zu beachten ist, dass nur das Seelenregister und der Harpstedter Rauchschatz die Häuslinge mit erfasst haben.

Die in der ersten Hälfte des 18.Jh. erstellte Harpstedter Chronik von Johann Heinrich Redeker (CR) enthält viele interessante Angaben für den Familienforscher.
a) Diese Daten wurden nach Ortschaften zusammengestellt:

b) Für den Flecken Harpstedt enthält die Chronik von Redeker eine Liste der 1739 abgebrannten Bürgerhäuser und Angaben zur Lage der neuen Wohnstätten

Dokumente, die für eine Überbrückung des verbrannten Kirchenbuches teilweise hilfreich sind:
a) Von den Schulmeistern wurden im Jahr 1772 oder wenige Jahre früher Verzeichnisse der Familien in den Dörfern des Kirchspiels Harpstedt angefertigt. Leider sind die Listen einiger Dörfer nicht mehr vorhanden. Die Daten in diesen Verzeichnissen wurden mit Daten aus den Kirchenbüchern ergänzt. Damit wird in vielen Fällen ein Sprung über die Kirchenbuchlücke von 1712-1739 möglich. Die ergänzenden Daten sind kursiv geschrieben.

b) Verzeichnis der Familien im Flecken Harpstedt um 1763

c) Ortspläne des Flecken Harpstedt mit Angabe der Häusernummern nach Redeker 1739, Familien 1763 und Brandkasse 1759 bzw. 1774.
In einer Tabelle werden die Familie aus diesen drei Quellen gegenüber gestellt und die familiären Zusammenhänge aufgezeigt.

Zwei Anmerkungen:
Im ersten Kirchenbuch treten wiederholt Aliasnamen auf. Der eigentliche Familienname wurde mit dem Hofnamen vermischt oder Familien wurden aus anderen Gründen mit einem anderen Namen als dem Familiennamen belegt. Vermutlich haben wir nicht alle dieser Aliasnamen gefunden.
Bei den Familienzusammenführungen, die sich aus anderen Dokumenten als den Kirchenbucheinträgen ableiten lassen, sind Irrtümer nicht gänzlich ausgeschlossen.

Ortsangaben in den Kirchenbüchern enthalten oftmals einzelne Höfe oder Teile eines Dorfes. In einer Tabelle werden diese Ortsbezeichnungen systematisch zusammengestellt:

Es gibt mittlerweile eine umfangreiche Literatur über das alte Amt Harpstedt und über die Geschichte des Flecken, die auch für den Familienforscher interessant sein kann.

Harpstedt, im Oktober 2012
Jürgen Ellwanger


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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Hans Buhlrich