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Ortsfamilienbuch Inse und umzu
Das Kirchspiel Inse lag im Kreis Elchniederung (bis 1938: Kreis Niederung) im nördlichen Ostpreussen und umfasste die am Kurischen Haff gelegenen Haffdörfer Inse, Loye und Tawe sowie einige kleinere Ansiedlungen weiter landeinwärts nämlich Löckerort, Pait, Kumzoge, Augstutt und Siberien. Diese Ansiedlungen wurden bis Ende des 19. Jahrhunderts überwiegend aufgegeben oder wie z.B. Pait von der Forstverwaltung aufgekauft und stellten im 20. Jahrhundert keine eigenständigen Wohnplätze mehr dar. Das Haffdorf Inse bestand bis ca. 1933 aus zwei eigenständigen, nur durch den Insestrom getrennte Gemeinden: Alt Inse und Groß Inse, die bis ca. 1820 häufig auch als Inse Domänenamt Kuckerneese (Inse Kuck) und Inse Domänenamt Seckenburg (Inse Seck) unterschieden wurden oder manchmal auch schlicht ohne Unterscheidung als Inse angegeben wurden.
Die Kirchenbücher des Kirchspiels Inse existieren als Mikroverfilmung für den Zeitraum von 1768 bis 1874 vor. Das vorliegende Online-Ortsfamilienbuch basiert auf der inzwischen nahezu vollständigen Erfassung dieser Kirchenbücher. Aus Befragungen der früheren Einwohner der Haffdörfer oder ihrer Nachkommen gewonnene Erkenntnisse für die Zeit nach 1874 sind unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Regelungen ebenfalls dargestellt, wobei ich alle Personen der Geburtsjahrgänge 1920 und später bewusst gar nicht darstelle (es sei denn diese Daten sind bereits an anderer Stelle online frei zugänglich). Die meisten Einwohner waren evangelisch. Die wenigen katholischen Einwohner gehörten zur Kirchengemeinde Schillgallen. Insbesondere Geburten und Sterbefällen wurden oftmals auch im evangelischen Kirchenbuch erfasst, Heiraten jedoch nur selten, insoweit ist das Ortsfamilienbuch (noch) unvollständig. Die Menschen im Kirchspiel Inse waren Fischer und Gemüsebauern, häufig beides gleichzeitig. Die Gärten lieferten insbesondere Zwiebeln und Gurken in großer Menge und guter Qualität, die bis ins 20. Jahrhundert mit Kähnen nach Königsberg und Tilsit gebracht und dort auf den Wochenmärkten verkauft wurden. Ab ungefähr 1870 setzte eine verstärkte Abwanderungswelle von jungen Leuten aus den Haffdörfern ein. Neben Königsberg und Tilsit waren das Ruhrgebiet, Nordamerika und die norddeutschen Hafenstädte (mit Werften und Marine) bevorzugte Ziele der Abwanderer. Aber auch in der Zeit vor 1870, kamen einige, insbesondere junge Männer, weiter als bis in die nächste Stadt. Bekannt sind diese Ziele meist nur deshalb, weil es eine Reise ohne Wiederkehr geworden war und die Pfarrer die auswärtigen Sterbefälle gewissenhaft im Kirchenbuch vermerkten, unabhängig davon, ob der Sterbefall in Königsberg, in Singapur (Matrose 1870), in Köln (ein Soldat 1864) oder auf den Schlachtfeldern der Napoleonischen Kriege eingetreten ist.
Die Bewohner des Kirchspiels hatten vielfältige familiäre Kontakte in die benachbarten Kirchspiele und zwar ins Kirchspiel Kallningken (ab 1938 Herdenau), das bis 1920 zum Kreis Heydekrug und danach zum Kreis Elchniederung gehörte; ins Kirchspiel Alt Lappienen (ab 1938 Rauterskirch) im Kreis Elchniederung und ins Kirchspiel Gilge (Kreis Labiau). Die familiären Kontakte ins Kirchspiel Gilge betreffen hauptsächlich die Familien in Tawe und gehen speziell nach Gilge und Nemonien (ab 1938 Elchwerder). Gelegentlich sind auch familiäre Verbindungen auf gegenüberliegende die Kurische Nehrung festzustellen. Kirchspiel Inse heute Heutzutage exisitiert lediglich Inse noch. Das Dorf heißt heute Pricaly und liegt Rayon Slawsk (Heinrichswalde) im Königsberger Gebiet. Auch die heute dort lebenden Menschen ernähren sich hauptsächlich von Gemüseanbau und Fischfang. Ebenfalls noch existent ist das ca. 7 Kilometer landeinwärts gelegene Jagdhaus Pait, in dem bereits Kaiser Wilhelm II. wohnte, wenn er auf Elchjagd ging. „umzu“ Der Ausdruck „umzu“ bedeutet soviel wie rundherum gelegen. Im Zusammenhang mit diesem Ortsfamilienbuch bedeutet es, dass ich inzwischen etliche Daten aus den umliegenden Kirchspielen ebenfalls erfasst habe. Hierbei sind neben Zufallsfunden und anderweitig erhaltenen Informationen aus den Kirchenbüchern des Kirchspiels Karkeln die Geburten/Taufen des Zeitraums von ca. 1840 bis 1874 und aus dem Kirchspiel Kallningken (Herdenau) die Geburten/Taufen des Zeitraums ..... enthalten Daten aus dem Kirchspiel Gilge sind nur noch bei direkten verwandtschaftlichem Bezug im Ortsfamilienbuch Inse enthalten. Alle anderen Daten sind neuen, separaten Ortsfamilienbuch Gilge zu finden. Verbindungen zu anderen Ortsfamilienbüchern
Zwischen diesem Ortsfamilienbuch und dem Ortsfamilienbuch Memelland bestehen Verknüpfungspunkte, da das Kirchspiel Inse in unmittelbarer geografischer Nähe zum Memelland (jedoch südlich der Memel) im Memeldelta gelegen ist. (Siehe auch Karte im Ortsfamilienbuch Memelland). Außerdem bestehen Verknüpfungspunkte zum Ortsfamilienbuch Russ sowie natürlich zum Ortsfamilienbuch Gilge Auch gelten die im Ortsfamilienbuch Memelland gegebenen Hinweise zur Schreibweise und zur unterschiedlichen Nutzung der Vornamen entsprechend. Hinzuweisen ist auch darauf, dass die Pfarrer es mit der Schreibweise der Namen nie so genau nahmen, so ist häufig sogar in einundselben Eintrag der Familiennamen unterschiedlich geschrieben. Die vorliegende Datenbank stellt den aktuellen Zwischenstand Februar 2009 dar. Manche familiären Verbindungen sind noch nicht endgültig gesichert; manche Personen tauchen mehrfach auf, z.B. in erster und zweiter Ehe, wenn noch nicht sicher ist, ob es sich um dieselbe Person oder wie auch häufig vorkommend um eine andere Person gleichen Namens handelt. Anfragen, Korrekturen, Ergänzungen und andere Hinweise sind immer sehr erwünscht: |
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