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Ortsfamilienbuch Leisnitz

Leisnitz - polnisch Lisiecice.

KarteKirchdorf im Westen von Oberschlesien im Kreis Leobschütz.

Das katholische Kirchspiel Leisnitz liegt im Osten des Kreises Leobschütz (pol. Glubczyce), ehemals Oberschlesien, etwa 8.5 km nordostlich von Leobschütz.

Das Ortsfamilienbuch Leisnitz (Stand: 08/2012) umfasst Kirchenbucheinträge von 1689 bis 1945 mit alle von den Mormonen verfilmten Kirchenbücher und die bisher nicht verfilmten Kirchenbuchduplikate. Soweit wie möglich sind die Personen zu Familien zusammengestellt, einzelne Daten können vielleicht später noch zusammengefügt werden. Die Namen sind meist auf eine Schreibweise vereinheitlicht, der Alternativ-Name ist dann als Bemerkung mit angegeben. Einige Namen (auch von Orten), gerade wenn sie nur sehr vereinzelt vorkommen, sind leider nicht richtig zu entziffern, so dass sich hier auch Fehler einschleichen konnten. Ich kann daher auch keine Gewähr für die Richtigkeit übernehmen.

Quellen:

  1. Heimatkunde des Kreises Leobschütz. Geschichtliches der einzelnen Ortschaften des Kreises Leobschütz mit 111 Abbildungen und Plänen, Robert Hofrichter, Leobschütz, 1914.
  2. Zweitschriften der Pfarreien der ehemaligen Erzdiözese Olmütz (tsch. Olomouc), wozu auch Pfarreien des Südkreises von Leobschütz gehörten. Leisnitz: Taufen und Heiraten ab 1689 bis 1837, Tote ab 1714.
  3. Kirchenbücher von Leisnitz: Taufen, Heiraten, Tote ab 1717 bis 1946 mit Lücken (auf Mikrofilmen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage [Mormonen]).
  4. Kirchenbücher von Leisnitz: Taufen, Heiraten, Tote ab 1717 bis 1870 mit Lücken im Archiwum Panstwowe w Opolu (Oppeln).
  5. Zivilstandsregister von Leisnitz: Geburten, Heiraten und Tote: 1874-1884 (auf Mikrofilmen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage [Mormonen]).
  6. Zivilstandsregister von Leisnitz: Geburten, Heiraten und Tote: 1874-1906 im Archiwum Panstwowe w Opolu (Oppeln).

Bis 1377 hies der Ort Leisnitz, Lisentitz und Lysintiz, nach 1377 Leisenticz und Leistnicz. Diese Bezeichnung ist eine Ableitung von dem Personennamen Lysota oder Lysata (=List). Demnach wäre Leisnitz die Gründung eines Lysota oder seiner Nachkommen.

PostkarteDer Ort gehörte schon im 14. Jahrhundert zur Komturei Gröbnig. 1318 gestattete nämlich der Herzog Boleslaus den Maltesern, die damals noch in Leobschütz wohnten, Gräben innerhalb der Grenzen des Dorfes Lisintia zu ziehen. Die Erbrichterei wurde in Leisnitz 1549 unter zwei Brüdern Bartolomäus und Andreas geteilt, so dass es dort von jener Zeit ab zwei Erbscholtiseien gab. In Kriegszeiten hatte jeder der beiden Erbrichter einen Reiter in voller Ausrüstung dem Herzog zur Verfügung zu stellen. Die obere der beiden Erbrichtereien befindet sich bereits seit 1709 in ununterbrochenem Besitz der Familie Spiller. Eine Burg soll dort gestanden haben, wo sich die Bauernstelle des Georg Bernard und die Gärtnerstelle des Franz Beyer befand.

Ihrer Fronpflicht genügten die Leisnitzer teils aus dem Gute Gröbnig, teils aus dem zur Komturei Gröbnig gehörigen Vorwerk Kreuzwald. Zweimal wöchentlich war den Gärtnern und Häuslern erlaubt, im Kreuzwalde für ihren Bedarf Holz zu sammeln.

Den Kommendebesitz zog 1810 der Staat ein; die Güter gingen an Friedrich Wilhelm Bernhard von Prittwitz über. Die Ablösung der verschiedenen Leistungen (Grundzins, Naturallieferungen usw.) erfolgte um das Jahr 1825.

Im Jahre 1723 gab es in Leisnitz 2 Richter, 1 Müller, 49 Bauern und 43 Angerhäusler. 1783 zählte man 49 Bauern, 10 Gärtner und 38 Häusler und in Jahre 1914 waren 35 Bauern, 48 Gärtner und 187 Häusler vorhanden. Die Gemeindegrundstücke betragen zusammen 2042 ha. Die Einwohnerzahl betrug in Jahr 1783 979 Personen, 1855 1672, 1890 1884 und 1910 1829 Einwohner.

Leisnitz war früher nach Gröbnig die größte Landgemeinde des Kreises Leobschütz. Chausseeverbindung hat der Ort mit Leobschütz seit 1882, mit Oberglogau seit 1883 und nach dem Kreise Cosel seit 1900. Die Posthilfsstelle wurde 1865 und die Fernsprechverbindung 1882 eingerichtet. Der Bahnhof Leobschütz ist 8.5 km von hier entfernt. Der Kriegerverein entstand 1842, die Freiwillige Feuerwehr 1889 und die Spar- und Darlehenskasse 1893. Die Zusammenlegung der Grundstücke erfolgte 1860.

Von gewerblichen Anlagen ist nur eine Wassermühle vorhanden: die an der Straduna liegende Richtermühle. Sie gehörte bis ins 17. Jahrhundert zur unteren Erbrichterei. Von den ehemaligen vier Windmühlen sind drei bereits verschwunden: die am Wege nach Gröbnig 1898, die an der Straße nach Sabschütz 1908 und die am Wege nach Kl. Berndau 1906. Die vierte, dem Besitzer der Richtermühle gehörig, ist auch nicht mehr im Betriebe. Am Abhänge gegen Berndau befindet sich ein alter Steinbruch, der zur Errichtung der ehemaligen Stadtmauer in Leobschütz einen Teil des Materials lieferte. Das Gemeindesiegel stellt ein Lamm mit eine Fahne dar.

Die Flurnamen Hofeäcker und Zehnthof weisen darauf hin, dass sich hier einst ein Vorwerk befunden hat. Die Aufteilung dieses Gutes dürfte spätestens im 16. Jahrhundert erfolgt sein. Die Heidehufe waren ehemals ein wüst liegendes Gelände, wie die Wüstungen bei Leobschütz und Schönbrunn. Nördlich von Leisnitz, gegen die Straduna hin, befinden sich zwei Anhöhen, die „Wiesenburgstadeln“.

Diese waren einst burgartige Befestigungen, hinter denen sich der Grenzgraben hinzog. Die Höhen bilden die nördlichste Grenze des alten Troppauer Landes und zwar gegen das Herzogtum Oppeln hin, zu dem die Nachbarorte Kasimir und Schönau gehörten. Hier mögen wohl zur Abwehr feindlicher Angriffe Schutzburgen gestanden haben. Der Name „Kriegsbirken“, die Bezeichnung für ein Feld am Gröbniger Wege, dürfte in Kriegszeiten entstanden sein.

Kirchliches

Ein Kirchlein befand sich in Leisnitz schon lange Zeit vor der Reformation. Zur neuen Lehre bekannten sich die Leisnitzer von etwa 1530-1658. Nach der Gegenreformation wirkte hier als Seelsorger ein Johanniterpriester, der wie in allen Kommendedörfern nicht als Pfarrer angestellt war, sondern nur als Administrator die Pfarrstelle verwaltete. Erst seit der Auflösung der Kommende im Jahre 1810 gibt es hier selbständige Pfarrer. Eingepfarrt ist das im Südosten von Leisnitz liegende Vorwerk Kreuzwald.

Das heutige Gotteshaus, der Kreuzerhöhung geweiht, wurde 1667 erbaut. Die alte Kirche war 1666 samt dem Turm abgebrannt. Ein Stein im Sockel des Turmes trägt das Jahr der Erbauung. 1714 vergrößerte man die Kirche durch den Anbau des Presbyteriums. Beim Aufsetzen des vergoldeten Turmknopfes in 1726, belustigte man die Jugend dadurch, daß man ihr vom Turme gebackene Birnen und Apfelspalten zuwarf. 1812 brannte der obere Teil des Turmes ab, und dieser erhielt dann statt der früheren Zwiebel die heutige Spitze. Damals musste er auch der vielen Risse wegen mit einer Anzahl von Ankern versehen werden, die uns gegenwärtig an ihm störend ins Auge fallen. Die Spitze trägt eine Wetterfahne mit dem Johanniterkreuz. Unter den fünf Glocken befindet sich seit 1820 auch eine eiserne, die jedoch nicht geläutet wird. Die Leisnitzer knüpfen daran die Mär, sie sei zwischen Leisnitz und Kreuzwald gefunden worden, wo einst das alte Leisnitz gelegen habe. Die Schieferbedachung erhielt die Kirche erst im Jahre 1855.

Der Hochaltar ist ein Geschenk des Anbauers Joseph Behr aus dem Jahre 1887. Er wurde vom Kunsttischler Ondrusch in Leobschütz für 1800 M. gefertigt. Die beiden Figuren an den Seiten des Altars stellen den hl. Joseph und die hl. Helena dar. An der Kirchenwand zu beiden Seiten des Altars stehen die Figuren des hl. Antonius von Padua und des hl. Franziskus von Assisi. Die Marienstatue, der Kanzel gegenüber, ist ein Geschenk der Jungfrau Marie Kober. Das Altarbild stellt den Patriarchen Zacharias von Jerusalem und den Kaiser Heraklius dar. Letzterer trägt im Büssergewand das Kreuz auf den Kalvarienberg. Maler des Bildes, das für 1200 M. angekauft wurde, war Prof. Schall in Breslau. Die Seitenaltäre sind der hl. Anna und dem hl. Valentin geweiht. Jenen schenkten 1894 die Schwestern Theresia und Franziska Lorenz, dieser wurde aus dem Kirchenvermögen angeschafft. Die Malerei der Kirche führte 1894 der Maler Klink aus Babitz aus. Im Besitz der Kirche befindet sich ein Kelch, den der Komtur Hans Nimce im Jahre 1523 schenkte. Dieser Kelch wurde 1840 gestohlen; im Jahre 1851, nach einem großen Brande im Nachbardorfe Schönau, fand man ihn dort beim Abbruch einer Mauer wieder. Der Dieb, der dieses Haus bewohnt haben muß, hatte ihn wohl, weil er fürchtete, entdeckt zu werden, in die Wand eingemauert. Die Monstranz ist ein Geschenk dreier Wohltäter aus dem Jahre 1895 und hat einen Wert von 1500 M. In demselben Jahre schenkte ein Besitzer zur Anschaffung der Kreuzwegbilder 2100 M.

Weitere Links:
Schilderung Walter Krautwurst: http://leisnitz.de/leisnitz/leisnitz.html
Landkreis Leobschütz: http://wiki-de.genealogy.net/Landkreis_Leobschütz
Großblatt Nr. 117:Grottkau – Oppeln – Neiße (Ost) - Cosel: http://www.posselt-landkarten.de/grossblatt_117.htm


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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Uwe Beffert